Absichtlich veröffentliche ich hier übrigens keine Rezepte, weil ich der Meinung bin, man sollte sich selbst in das Thema einarbeiten und wissen, was man tut. Meine Rezepte errechne ich jeden Monat neu, sie sind auf das gekaufte Fleisch und natürlich auf meine Katzen jedes Mal genau zugeschnitten.
Ich gehe folgendermaßen vor:
Einkaufen
Ich besorge momentan immer ca. 5 kg Putenfleisch und je nach Angebot 1-2 kg Hühner- oder Putenherzen und -mägen. Zusätzlich nehme ich meistens noch Hühnerkeulen zum wolfen mit. Das ist dann die Fleischmenge, von der aus ich mein Rezept berechne. Außerdem brauche ich noch frische Karotten und Gänseschmalz. Wenn nichts mehr im Tiefkühlfach ist, kaufe ich auch Lachs und Putenleber, was dann in 50g Portionen eingefroren wird. Wenn man das ein paar Mal gemacht hat, kann man beim Einkaufen ganz gut variieren, da kommt man schnell rein, wenn man weiß, was alles in ein Rezept gehört.
Rezept berechnen
Man kann entweder das Rezept selbst per Hand ausrechnen, man muss sich dann an die Bedarfswerte der Katze halten und eine Lebensmitteldatenbank zurate ziehen, wenn man es ganz genau machen will. Manche machen das auch Pi mal Auge, mir das am Anfang zu heikel. Im Buch Natural Cat Food findet man aber Hinweise, wie man das ganze selbst berechnen kann.
Dann gibt es im Internet Kalkulatoren, die man sich runterladen kann. das sind Excel-Tabellen, in die man die gekaufte Fleischmenge eingibt und dann errechnet der Kalki anhand der eingebundenen Lebensmitteldatenbank die benötigten Suppis. Es gibt einen Kalkulator (Judy's Kalkulator), den man frei runterladen kann, allerdings weiß ich nicht, ob der was taugt. Ich habe mich für den Kalki von der dubarfst.eu Seite entschieden, weil ich da weiß, dass der stetig überarbeitet wird und weil viele Leute da immer wieder drauf gucken. Ich denke, bei ihm sind am wenigsten Fehler drin.
Ich gebe also meine Fleischmenge ein und erhalte so mein Rezept. Das drucke ich aus und dann gehts ab in die Küche.
Zubereitung
Zunächst einmal benötigt man ein bisschen "Werkzeug".

Scharfe Messer, ein Schneidebrett, eine Geflügelschere, einen Fleischwolf, jede Menge Schüsseln, Waagen (insbesondere eine Feinwaage ist wichtig), ein Futtertagebuch und Mörser und Stößel (nicht im Bild).
Den Eiswürfelbehälter kann man benutzen, wenn man die Suppi-Suppe getrennt vom Fleisch einfrieren will. Das hab ich bisher aber noch nicht gemacht, weil meine Katzen gleich alles anstandslos gefressen haben. Das wäre eine Option für Mäkelkatzen.
Mit Hilfe der Feinwaage wiegt man die einzelnen Suppis ab und mischt sie mit ein wenig lauwarmem Wasser, damit sie sich gut auflösen und verteilen.

Suppis ohne Wasser
Dann wolft man Leber, Lachs und evtl. irgendwelches Fleisch mit Knochen drin (Keulen oder Flügel).

Lachs, Leber und Suppis mit Wasser.
Das ganze wird dann erstmal gut verrührt, damit die Suppis gleichmäßig im Fleischmatsch verteilt sind.

Fleisch-Suppi-Matsch
Wenn man gerade anfängt zu barfen und die Katzen das noch nicht so fressen wollen, kann man auch alles oder einen Großteil des Fleisches wolfen. Nach und nach kann man dann dazu übergehen, mehr Fleisch nur noch in kleine Stücke zu schneiden. Angefangen mit Ministücken landet man dann irgendwann bei etwa Mausgroßen Fleischstücken. Hühnerherzen schneide ich jetzt gar nicht mehr durch, die sollen gekaut werden, Mägen schneide ich nur noch einmal durch. Putenherzen und -mägen sind etwas größer, die schneide ich etwas kleiner.
Als Ballaststoffe kann man entweder Hirseflocken o. ä. hinzufügen, die wohl günstigste Variante sind geraspelte Karotten. Auf dem Bild hab ich noch Hirse genommen, inzwischen gibts hier nur noch Karotten.
Bei Getreide muss man auf jeden Fall zusätzliches Wasser hinzufügen, weil es so viel Wasser aufsaugt. Geraspelte Karotten (möglichst fein) tu ich einfach so in den Fleischmatsch.

Als letztes kommt also das geschnibbelte Fleisch und Gänseschmalz dazu, alles wird gut verrührt und sieht so oder so ähnlich aus:

Gänseschmalz (oder auch Schweineschmalz, aber das mögen meine nicht so gerne) wird in der Mikrowelle erhitzt, damit es flüssig wird.
Anfangs hab ich das Fleisch noch recht klein gemacht, inzwischen futtern meine recht große Stücke. In diesem Stadium ist jetzt auch noch nicht die ganze Wassermenge drin, weil ich beim Servieren heißes Wasser zum Erwärmen des Kühlschrank-kalten Futters benutze.
Aufbewahren
Dieser Pott wird dann in Tupperdosen à 400g eingefroren. Anfangs hab ich Gefrierbeutel benutzt, aber die sind erstens unpraktisch und zweitens nicht umweltbewusst. Hab mir nach und nach Gefrierdosen zugelegt, so dass sie für einen Monat reichen.
Fütterung
So eine 400g Dose benötigt ca. 12 Stunden zum Auftauen. Aufgetaut wird im Kühlschrank mit angehobenem Deckel. So können sich keine Salmonellen entwickeln (weil es unter 7° sind) und auch keine Bakterien unter Luftabschluss entstehen (darum immer mit Deckel offen auftauen!!). Ich erhitze etwas Wasser (nicht kochend) und gebe es über je 80g des Futters. Im Napf entsteht dann ne schöne Fleischsuppe. So haben die Katzen dann auch das noch fehlende Wasser bekommen.
Guten Appetit!
Patty futtert: http://www.youtube.com/watch?v=Sc54B8XFcPY
Selma futtert: http://www.youtube.com/watch?v=gNK6u15MXCY
Zur Hygiene
Es gibt ja immer wieder Leute, die meinen, dass barfen gefährlich ist, weil man sich damit Salmonellen ins Haus holt. Salmonellen können an jedem rohen Fleisch dran sein (übrigens auch im Mett). Insofern sollte es klar sein, dass man rohes Fleisch vor der Verarbeitung abwäscht und mit Küchentüchern trocken tupft. Salmonellen befinden sich an der Oberfläche des Fleisches und können so abgewaschen werden. Tauwasser von gefrorenem Fleisch sollte man nicht mit ins Rezept tun, sondern wegschütten. Außerdem sollte man alle benutzten Geräte nach so einer Barfsession natürlich gründlich säubern. Benutzte Lappen und Tücher würd ich kochen. Ich benutze außerdem Aidshandschuhe beim werkeln, weil es dann nicht ganz so unangenehm ist, das rohe Fleisch zu verarbeiten. Außerdem kann man es irgendwie besser anfassen und muss sich nicht dauernd die Finger waschen.
Den Fleischwolf kriegt man gut mit getrocknetem Brot sauber, bevor man ihn abwäscht. Das Brot befördert die meisten Fleischreste schon raus.
Nachdem die Katzen gefressen haben, muss man meistens den Boden und die Wand wischen. Je größer die Fleischstücke, desto besser wird das ganze in der Küche verteilt.
Aufwand
Ich benötige für Futter, das einen Monat lang für zwei Katzen reicht, drei bis vier Stunden (inklusive Abwasch). Ich habe dann ca. 7 kg Katzenfutter hergestellt. Anfangs braucht man sicherlich mehr Zeit, aber man kommt da schnell rein. Wenn man vielleicht auch noch einen netten Partner hat, der einen unterstützt (mein Freund wolft ab und zu mal ganz gerne), dann geht es natürlich schneller.
Ich finde 4 Stunden im Monat okay dafür, dass ich weiß, was die Katzen fressen und dass sie keine Allergien mehr haben. Außerdem denke ich, so ist die Ernährung am gesündesten.
So, ich hoffe, das war jetzt aufschlussreich für euch.








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