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Ersatzmutter? Kleiner Kater ist sehr anhänglich...

Wie erziehe ich eine Katze richtig? Fragen und Infos zur Katzenerziehung kommen hierrein

Beitragvon Rieke » 04.11.2008 08:38

Hallo zusammen,

Ich bin neu hier im Forum und habe gleich mal eine Frage an die erfahrenen Katzenhalter.
Seit gestern haben wir einen kleinen Thai-Kater, der ist gerade mal 12 Wochen alt. Er ist zusammen mit seinen 4 Geschwisterchen und vier ausgewachsenen Katzen (Vater, Mutter, und noch 2 weitere) aufgewachsen und war nie von ihnen getrennt.
Nun ist er seit gestern bei uns in der Wohnung (schöne große Wohnung - größer als das, was er bisher so kennt) und eigentlich auch ziemlich neugierig und gar nicht ängstlich - bis auf eine Sache:
Er ist unglaublich anhänglich.
Klar, er vermisst seine Familie und weint natürlich.
Eigentlich ist er nur dann zufrieden und ruhig, wenn ich ihn auf dem Arm halte und kraule und streichle, dann wird geschnurrt, gepfotet, geschleckt und die Welt ist in Ordnung. Aber eben nur solange er auf dem Arm ist, auf den Schultern herumklettern kann und ganz dicht an mir dran ist.

Ich arbeite von Zuhause aus, in sofern ist er auch nicht alleine, aber auf Dauer wird einhändiges Arbeiten etwas schwierig... und ich bin mir eben nicht sicher, was nun richtig wäre: Ihn solange bei mir zu behalten bis er von selbst auf Erkundungstour gehen will und die Neugier stärker ist als die Anhänglichkeit - oder ihn immer wieder mal abzusetzen und ihn auch mal weinen zu lassen, weil er sich ja früher oder später daran gewöhnen muss, dass seine Verwandten nicht mehr da sind.

Habt ihr da einen Tip für mich? Wäre dankbar für Eure Meinung.

Gruß
Rieke
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Beitragvon Mirei » 04.11.2008 10:05

Hallo und herzlich willkommen hier,

ich würde mir da die ersten paar Tage keine Gedanken machen. Meiner war damals auch sehr anhänglich und wollte immer gestreichelt, liebkost und umsorgt werden. Bei mir hat nach 3 Tagen die Neugier und der Nachbarhund (der war einfach zu interessant :D ) gesiegt! Also lass ihn erst mal gewähren. Vielleicht reicht es ihm ja, wenn er einfach nur bei Dir auf dem Schoß liegt, ohne dass Du ihn weiter beachtest - die Mutter/Geschwister haben ihn sicherlich auch nicht die ganze Zeit umsorgt. Ansonsten kannst Du auch versuchen seine Neugier auf ein Spielzeug oder so zu lenken -> leere Toilettenpapierrolle, Zeitungspapierkügelchen, ...

Eine andere Strategie - falls Du wirklich nicht mehr richtig arbeiten kannst - ist ignorieren, frei nach dem Motto Mutter, Vater und Geschwister hatten auch nicht immer Zeit für ihn. Dazu würde ich ihn mit einer Decke (Kuschelmöglichkeit) und ein oder zwei Spielsachen in einen Raum setzen und am Anfang erst mal eine Stunde ignorieren - und glaub mir das wird hart! Mit Sicherheit wird er mauzen und jammern um Dein Herz zu erweichen, aber wenn Du ihn ignorierst und er merkt, dass sein herzzereißendes Jammern nicht hilft, wird er anfangen seine neue Umgebung zu erkunden. Vielleicht hat ja noch jemand ein paar Tips für Dich, schließlich ist jede Katze anders.

Gruß Mirei
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Beitragvon Bastet » 04.11.2008 11:00

Hallo Rieke,
wenn er erst seit gestern da ist, würde ich ihn erstmal ein bisschen Zeit geben. Bei meinem Katerle war das kein Problem, da er sehr früh von seiner Mutter und den Geschwistern getrennt wurde und von Anfang an sehr selbständig war.

An deiner Stelle würde ich die nächsten Tage einfach mit ihm nach seinem Bedürfnis schmusen und nach und nach Abstand gewinnen. Schmusen - spielen - Pause, ich denke, den Rhythmus und die Intensität musst du selbst rausfinden.

LG Annette
Die Augen einer Katze sind Fenster, die uns in eine andere Welt blicken lassen.

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Beitragvon Schlumpfine » 04.11.2008 11:16

Hi Du,

ich denke der Kleine ist ein wenig einsam.
Thai sind wie meine Korat sehr soziale Tiere und sind es gewöhnt zu spielen und vor allem sich gegenseitig zu putzen und Fellpflege zu betreiben.

Wenn sich jemand dafür interessiert eine Korat als Einzelkatze zu halten bereite ich ihn genau auf das vor was du beschreibst. :engel: Du hast mit der Thai eine sehr menschenbezogene Katze erworben, aber auch eine sehr soziale.

Du brauchst einfach viel Geduld oder du überlegst dir noch ein zweites Kätzchen anzuschaffen.
Dadurch hättest du etwas mehr Ruhe und der Kleine einen Gefährten.
Es grüßt euch Astrid und ihre Koratrasselbande!

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Beitragvon Rieke » 04.11.2008 13:48

Danke für eure Antworten :)
Das hilft mir auf jeden Fall schonmal weiter. Ich werde dem Kleinen alle Zeit geben, die er braucht - immerhin schläft er ja ab und zu und dann kann ich auch wieder mit beiden Händen tippen weil nicht eine davon zum Kraulen gebraucht wird :wink:
Ich wollte ja auch eine sehr soziale und Menschenbezogene Katze... Dass ich nun eine erwische, die mir schon am ersten Tag auf der Schulter herumklettert, mir am Ohr knabbert und mir Finger und Kinn ableckt (wenn in Reichweite) damit hätte ich nun nicht gerechnet. Bislang hatte ich nämlich nur "Bekanntschaft" und Erfahrungen mit reinen Hauskatzen hatte, die auch ständig draußen waren. Und die waren eine gute Portion Eigenständiger und Selbstbewusster. Da hatte man Glück wenn Streicheln mal genehm war ;-)

Auf jeden Fall ist es ein einmaliges Erlebnis und es wird mir schon richtig warm ums Herz, wenn der Kleine nur in meiner direkten Nähe zufrieden schläft und sich offenbar sicher fühlt :engel:

Bis dann
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Beitragvon Poisonheart1972 » 04.11.2008 13:52

Kann hier nur zustimmen, denke das braucht einfach seine Zeit :) .
Unsere Melody lag am anfang auch bei jeder gelegenheit auf meinem Schoss.
Das hat sich mit der zeit etwas gelegt , nun liegt sie da "nur" noch 3 bis 4 mal am Tag :mrgreen: .
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Beitragvon Rieke » 07.11.2008 12:24

Hallo :-)

Und gleich die nächste Frage zum gleichen Thema:
Der Kleine ist unvermindert anhänglich... aber mittlerweile ist er nicht mehr verschlafen-anhänglich sondern verspielt-anhänglich. Heißt er tobt ständig über mich hinweg, sitzt keine halbe Minute still, versucht, Schreibtisch, Tastatur und Computerkabel zu erkunden (und damit zu spielen). Sobald ich ihn heruntersetze mauzt er herzerweichend und will sofort wieder an mir hochklettern.

Das ganze hat ja auch schöne Seiten - er leckt mir am Ohr, stupst mit der Nase gegen den Hals und kuschelt sich so eng an mich wie es nur irgendwie geht... auch beim Spielen muß ich wenn's nach ihm geht immer in der Nähe sein, sonst sucht er und "weint"...

Jetzt mache ich mir natürlich etwas Gedanken.
Er muß ja etwas selbständiger werden, sonst geht hier im Haushalt gar nichts mehr. Soll ich ihn einfach mal ins Wohnzimmer setzen, die Tür zum Arbeitszimmer zu machen und ihn eben ein wenig "weinen" lassen?
Nachts muss ich das ja auch so machen, weil mein Mann keine Katzen im Schlafzimmer haben will (was ich auch verstehen kann...)

Habt ihr mit sowas Erfahrung?
Ich wusste ja, dass Thai-Katzen etwas anhänglicher sind als Hauskatzen... aber SO anhänglich? Das hätt ich mir nun auch nicht träumen lassen... :kratz:

LG
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Beitragvon fynns » 28.11.2008 16:39

Hallo
also mein Kater hat bis heute seine Baby-Minuten. In erster Linie mag er seine Ruhe haben, aber wenn schmusen, dann auf seine Art!!! Auf meinen Brustkorb, Haare bitte drapieren (habe lange Haare) und dann wird gekuschelt und geschnurrt zum
Abwinken. Ich denke, dass ist von der Mutter noch übrig geblieben und ab und zu mag er eben noch klein sein ;-))) Der Rabauke. Ich denke, die werden von ganz alleine groß und ändern auch ihr Verhalten hin und wieder. Das ist auch ok. Das macht Katzen ja so spannend.
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Beitragvon Rieke » 28.12.2008 22:12

Huhu,

Ok, inzwischen hat sich das ganze ein wenig gelegt... Er hat gelernt, dass man auch mal auf dem Schoß und nicht nur in direkter Kopfnähe bequem liegen kann, was das Arbeiten einfacher macht.
Er ist immernoch unglaublich anhänglich. Morgendliche Schmuse-Ration bitte nicht unter 20 Minuten :wink:
Und er will überall da sein, wo ich auch bin... unverändert. Muß mich immer im Blick haben. Dafür hat er auch gewaltige Vorteile: Er hat überhaupt keine Angst vor Fremden oder neuen Situationen. Sowohl der erste Tierarztbesuch als auch neue Bekannte vor Ort - alles unheimlich spannend und muß erstmal erkundet werden. Zudem ist er wirklich vollkommen Vertrauensvoll und schläft auch schonmal auf dem Arm auf dem Rücken liegend und alle viere von sich streckend ein, pennt und träumt vor sich hin.

Schon eine ganz besondere Katze... Macht uns jeden Tag ne' Menge Spaß!
Wenn auch die Erziehung nicht ganz einfach ist, weil er so unerschrocken ist.
Aber davon an anderer Stelle...
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Beitragvon Liolein » 28.12.2008 22:41

Hallo,
ich kenne mich nun nicht mit Thai Katzen aus, aber so wie du schreibst würde ich dir empfehlen eine Gleichaltrige Katze zu den Kater zu holen. Das heisst nicht gleich dass er dann weniger auf dich bezogen ist, aber er wird sich auch zu der anderen Katze gesellen und vielleicht dadurch selständiger werden.
Meine Katzen waren auch immer zu zweit und trotzdem noch sehr auf meinen Freund und mich bezogen und ich muss sagen es war difinitv die richtige entscheidung zwei Katzen zu nehmen die gleichalt alt sind.
Also überleg es dir ( muss ja nicht noch eine Rassekatze sein :wink: )
LG
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Beitragvon Rieke » 29.12.2008 11:19

Huhu,

Langfristig werden wir ihm ein Geschwisterchen besorgen - wenn möglich wieder aus derselben Hobbyzucht, aus der er auch stammt. Die Katzen dort haben einen einmalig lieben und zutraulichen Charakter und werden ganz toll gehalten. Da geb ich lieber ein klein wenig mehr Geld aus und weiß dann sicher, daß ich keine neurotische Katze hab ;-)

Bis wir irgendwann in eine größere Wohnung oder ein Haus umziehen, wird er aber noch allein bleiben.
Das "Problem" ist hier ein "bisschen" der Platz und ein bisschen mehr mein Mann ;-)
Wir haben eine große, geräumige Maisonette-Wohnung, wo der Kleine wirklich genug Platz zum Toben hat - aber mein Mann musste schon zu einer Katze überredet werden. Den Kleinen hat er jetzt zwar ganz ins Herz geschlossen, aber eine zweite Katze kommt für ihn nicht in Frage, bis wir nicht mehr Wohnraum haben.

Muß man ja auch irgendwie respektieren, ist ja nicht nur eine Katzenwohnung sondern auch ein bisschen seine ;-)
Das kriegen wir schon hin - im Grunde haben wir es super getroffen mit unserem Gizmo, der zwar desöfteren durch die Gegend sticht wie blöde und anhänglich ist wie sonst nix, aber dafür konsequent Katzenklo und Kratzbaum seit dem 1. Tag nutzt. Ein absolut lieber Kater... aber eben noch jung und Flausen im Kopf ;-)
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Beitragvon Löckchen » 30.12.2008 11:22

Hallo!
Wie wäre es, ein Geschwisterchen von ihm dazuzuholen? :wink:
Einfach zwei so süßen zuzusehen, wie sie spielen und kuscheln und und und ist schon toll.
Aber wenn er erst so kurz bei dir ist, ist das eine ganz natürliche Sache. Lass ihn am Besten einfach mal und nicht immer sofort reagieren. ich weiß, das ist schwer und am Anfang versucht man beim kleinsten Piepser ihn zu beachten. Einfach abwarten.
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Beitragvon Rieke » 01.01.2009 17:24

Wie schon gesagt, ich plane längerfristig schon noch eine zweite Katze.
Möglichst ein Katzenmädchen vom gleichen Züchter... ne Halbschwester oder so. Die Katzenfamilie da ist einfach einmalig... alle gehen unheimlich lieb miteinander um.

Aber das wird noch ein Weilchen dauern. Mein Mann musste schon zu einer Katze überredet werden (auch wenn er den Kleinen jetzt total in sein Herz geschlossen hat) aber eine zweite kommt (auch wegen der Wohnung) momentan nicht für ihn in Frage. Und er hat da ja auch noch ein Wörtchen mitzureden.
Da ich selbständig bin und von Zuhause aus arbeite, ist der Kleine ja auch sehr selten mal allein und ich kann mich entsprechend viel um ihn kümmern. Passt also schon...

LG
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