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Impfungen/ Impfplan/ Wissenswertes

Fragen und Meinungen zu Tierarztbesuchen und Impfmöglichkeiten

Beitragvon "Cosmo"polita » 23.09.2008 16:20

Impfungen

Ein verantwortungsvoller Katzenbesitzer wartet nicht einfach ab, ob das Tier die betreffende Krankheit überhaupt bekommt, sondern sorgt vor,
indem er seine Katze impfen lässt. Denn ist eine Infektionskrankheit erst mal ausgebrochen, ist die nur schwer in den Griff zu bekommen und endet nicht selten mit dem Tod.
Auch reine Wohnungskatzen sollten regelmäßig geimpft werden, da Krankheitserreger z.B. über Schuhe in die Wohnung gelangen können.

Individuelle Lebenssituationen bedingen ein individuelles Impfschema

Da unsere Haustiere in verschiedensten Umfeldern und Situationen leben, sollte auch jeweils individuell entschieden werden, wogegen die Katze geimpft werden soll.
Eine ausschließlich in der Wohnung lebende Katze ist einem Infektionsrisiko weit weniger ausgesetzt, als eine frei lebende Katze. In Zuchten und Tierheimen wiederum herrscht ein erheblich höherer Infektionsdruck, als bei Einzelhaltung.

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Vorbedingungen für die Impfung:


-vor der Schutzimpfung sind Katzen auf jeden Fall zu entwurmen! Der Impfschutz tritt erst nach ca. 1-2 Wochen ein!
- es dürfen nur klinisch gesunde Tiere geimpft werden
- der Tierarzt kontrolliert den Gesundheitszustand des Tieres anlässlich der Impfung
- auch ein eventuell vorhandener Parasitenbefall muss unbedingt vorher beseitigt werden


Grundimmunisierung ( Jungkatze - optionaler Impfzeitraum )

8. Lebenswoche Katzenseuche, Katzenschnupfen, FeLV
12. Lebenswoche Katzenseuche, Katzenschnupfen, FeLV, Tollwut
ab 16. Lebenswoche FiP
3 Wochen später FiP

Grundimmunisierung (erwachsene Katze)

nach Eingewöhnung Katzenseuche, Katzenschnupfen, FeLV, Tollwut oder Katzenseuche, Tollwut
4 Wochen später Katzenschnupfen, FeLV, FiP

Wiederholungsimpfungen (für alle Katzen)

jährlich Tollwut, Katzenschnupfen, FeLV, FiP
alle 2 Jahre Katzenseuche

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Achtung:

Feline infektiöse Peritonitis: Der Impfstoff gegen die gefürchtete FIP ist in den USA genauso wie bei uns sehr in der Diskussion.
Unabhängige Studien haben laut US-Forschern gezeigt, daß die Wirksamkeit der Vakzine längst nicht so gut ist, wie es die Hersteller behaupten.
Die AAFP-Expertengruppe, die die neuen Impfrichtlinien ausarbeitete, erzielte über die FIP-Impfung keine Einigkeit.
Die Mehrheit sprach sich dafür aus, gegen FIP nur solche Katzen zu impfen, die ein spezielles Risiko haben, zum Beispiel Katzen in Haushalten,
wo FIP schon aufgetreten ist.
Über die tatsächliche Dauer des Immunschutzes nach dieser Impfung ist mangels Studien noch nichts bekannt.

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Sonderfall Tollwut

Haustiere mit Freigang sollten unbedingt geimpft werden, da Tollwut in Deutschland sehr verbreitet ist.
Tollwutimpfstoffe schützen mindestens drei Jahre. Weil die deutsche Tollwut-Verordnung aber nur die jährliche Nachimpfung als Tollwutschutz gelten läßt, kann darauf schlecht verzichtet werden, vor allem in tollwutgefährdeten Bezirken. Freilaufende Katzen ohne gültigen Tollwutschutz können bei Kontakt mit einem tollwutinfizierten Wildtier oder nach einem Kratz- oder Beißvorfall von Amts wegen eingeschläfert werden.
Tollwutimpfstoffe verursachen die meisten Impfsarkome.

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Die Hauptziele der Impfung sind:

- möglichst viele Individuen einer Population, in der ein Risiko besteht, zu impfen,
- jedes Tier nur so oft zu impfen wie nötig und
- nur gegen Erreger zu impfen, für ein Ansteckungs- und Erkrankungsrisiko vorliegt
- Bekämpfung von Infektionskrankheiten

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Nebenwirkungen von Impfungen:

1. Anaphylaktische (allergische) Reaktionen:

Anaphylaktischer Schock unmittelbar nach der Impfung, muß sofort vom Tierarzt mit Antischockmitteln behandelt werden;

Durchfall und Erbrechen (manchmal blutig und mitunter tödlich)

2. andere Reaktionen:

Impfsarkom: Tumor an der Impfstelle, Häufigkeit: 1 bis 10 Fälle pro 10.000 Impfungen,
führt auch bei optimal ausgeführter großräumiger Operation fast immer zum Tode.

Bewegungsstörungen, zentralnervöse Störungen

(Seuche-Schnupfen-) Impfstoffe, die mittels Katzennierenzellkulturen hergestellt werden,
sind möglicherweise (Mit-) Verursacher des heutzutage bei Katzen immer häufiger auftretenden chronischen Nierenversagens wg.
Bildung von Autoantikörpern gegen das eigene Nierengewebe.
(Studien dazu an der Purdue-Universität derzeit in Arbeit.)

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Katzenschnupfen

Katzenschnupfen ist eine Sammelbezeichnung für ansteckende Erkrankungen der Atemwege und der Schleimhäute des Kopfes bei Katzen.
Synonym verwendet werden die Bezeichnungen infektiöse Katzenrhinitis, Katzenpneumonitis, cat flu und Rhinotracheitis infectiosa felis.

Es handelt sich hierbei also um einen Symptomkomplex, der durch unterschiedliche Erreger hervorgerufen wird, und Nase, Maulhöhle und Augen betrifft.
Beteiligte Erreger sind verschiedene Viren (Herpes- und Caliciviren) und Bakterien (Chlamydien, Bordetellen und Mykoplasmen).
Da die Erreger sich gegenseitig begünstigen und damit parallel auftreten können und Behandlung und Bekämpfung dieser Erkrankungen etliche Gemeinsamkeiten aufweisen,
ist diese Sammelbezeichnung dennoch berechtigt.
Herpesviren sind neben Caliciviren die häufigsten Auslöser eines Katzenschnupfens.
Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit einem befallenen Tier oder auch indirekt durch Menschen, Futtermittel und Reinigungsgeräte.

Katzenseuche/ Panleukopenie

Die Panleukopenie ist eine häufig tödlich verlaufende, virusbedingte Katzenkrankheit.
Sie wird auch als Katzenseuche, Katzenstaupe, infektiöse Enteritis der Katzen, Agranulomatose, Aleukozytose und Katzenpest bezeichnet.
Erreger ist ein Parvovirus (von lat. parvus - klein). Die Krankheit ist eng verwandt mit der Parvovirose des Hundes und der infektiösen Panleukopenie der Marderartigen.
Bei Menschen kann das wesentlich weniger gefährliche Parvovirus B19 Erkrankungen auslösen.
Der Erreger dringt über Kontakt mit infektiösem Material (Kot, Nasensekret, Urin) durch die Nasen- und Maulschleimhaut in den Körper ein. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 10 Tage.
Da das Virus zur Vermehrung Zellen mit hoher Teilungsrate benötigt, befällt es besonders die sich fortwährend stark regenerierenden Zellen des Darmepithels, des Knochenmarks und des Lymphsystems.

FeLV Leukose - Felines Leukämie Virus

Bei der Katzenleukose handelt es sich um eine Leukämie-Erkrankung der Katze (Katzenleukämie) durch das Feline Leukämievirus FeLV.
Diese schwerwiegende Erkrankung ist die bei Katzen am häufigsten auftretende Infektionskrankheit.
Die Leukose muss nicht bereits zum Ausbruch gekommen sein, um auf gesunde Tiere durch Speichel oder Tränenflüssigkeit sowie durch infizierte Gegenstände übertragen zu werden und zur Ansteckung zu führen.
Die Inkubationszeit (von der Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch) kann Monate oder gar Jahre betragen auch kann eine bereits erkrankte Katze noch Monate oder Jahre am leben bleiben.
FeLV-infizierte Katzen sollten aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr unbedingt von gesunden Katzen getrennt werden.

Tollwut - Rabies, Lyssa

Bei der Tollwut - auch Rabbies oder Lyssa - handelt es sich um eine weltweit verbreitete, tödlich verlaufende Virusinfektion, die durch den Tollwut-Virus aus der Gruppe der Rhabdo-Viren (Rhabdoviridae) ausgelöst wird.
Die Ansteckung / Infektion erfolgt durch den Speichel infizierter Tiere, der durch Bisse, Kratzer oder andere Verletzungen wie Schürfwunden auf gesunde Tiere übertragen wird.
Dabei breitet sich der Rhabdovirus von der verletzten Stelle (infizierte Wunde) ausgehend über das Nervensystem im ganzen Körper aus bis es letztendlich das Gehirn des erkankten Tieres erreicht.
Die Übertragung des Tollwutvirus geht im Ursprung in der Regel von wildlebenden Tieren, wie Füchse und Dachse, aus.

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Quelle:

http://www.katzen-buch.de/katzenkrankheiten/tollwut.htm

http://www.heiltierarzt.de/katzen-impfe ... fungen.htm

http://www.schmusekatzen.de/impfen.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Panleukopenie

http://de.wikipedia.org/wiki/Katzenschnupfen
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Beitragvon felidae » 18.07.2009 12:57

Danke für die Superzusammenfassung! :daum:
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Beitragvon Kefa » 20.07.2009 08:52

Ich würde noch ergänzen wollen, dass es nach der Grundimmunisierung auch noch andere Meinungen zum Thema Impfen gibt. Klar, jede Katze gehört grundimmunisiert, das sehe ich auch so. Wie das mit den Auffrischimpfungen aussieht, da gehen die Meinungen allerdings auseinander.
Wer seine Tiere nicht übermäßig impfen will, der möge sich zu dem Thema diese Seite durchlesen http://www.haustierimpfungen.de/index2.htm
Detaillierter ist wohl das Buch "Haustiere impfen mit Verstand" von Monika Peichl, der auch die o. g. Seite gehört. Ich will mir das Buch eigentlich demnächst mal besorgen, dann kann ich vielleicht auch noch mal etwas detaillierter darauf eingehen, wenn gewünscht.
In Kurzform:
Aufgrund von Erkenntnissen aus den USA hat man herausgefunden, dass die Impfstoffe teilweise deutlich länger halten als in den Beipackzetteln steht. Das liegt daran, dass die Hersteller keinerlei Qualitätskontrolle bzgl. der Dauer unterzogen werden, so dass sie einen kurzen Intervall angeben, weil man dann ja öfter zum Impfen muss. In einer Versuchsreihe zu Schnupfen und Seuche wurde festgestellt, dass Tiere auch nach 7,5 Jahren (dann wurde die Studie beendet, es kann also gut sein, dass es noch länger wirkt) noch Impfschutz besaßen.
Tollwutimpfungen sind aufgrund von diesen Erkenntnissen bereits auf einen 3-Jahresrhythmus umgestellt. Schnupfen und Seuche werden von vielen Tierärzten noch jährlich geimpft, da es so auch noch in den Beipackzetteln steht.
Es gibt jedoch in der Impfempfehlung 2009 des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte e. V. eine Auflockerung:
"Tollwut:
In Deutschland gelten seit Änderung der Tollwutverordnung v. 20.12.2005 die in den Packungsbeilagen der Impfstoffe genannten Wiederholungsimpftermine." (Das sind jetzt also 3 Jahre)
RCP (Katzenschnupfen und Katzenseuche):
"Für die Mehrzahl der in Deutschland zugelassenen Kombinationsprodukte sind jährliche Wieder-holungsimpfungen empfohlen.
Für die Katzenseuche-Komponente sind Wiederholungsimpfungen im Abstand von 3 Jahren ausreichend. Für die Katzenschnupfen-Komponente werden Wiederholungsimpfungen im Abstand von 1 Jahr empfohlen. Bei Katzen, die keinem hohen Infektionsdruck ausgesetzt sind (z. B. Wohnungskatzen), ist eine Wiederholungsimpfung der Katzenschnupfenkomponente im Abstand von 2 Jahren ausreichend."
Quelle: http://www.tieraerzteverband.de/wKleint ... tze-09.pdf

Gerade aufgrund der Gefahr eines Impfsarkomgefahr empfehle ich jedem, sich da ein bisschen einzulesen und dann im Einzelfall zu entscheiden. Gerade bei Wohnungkatzen ist meiner Meinung nach eine jährliche Impfung nach der Grundimmunisierung nicht notwendig.
Es besteht kein Impfzwang, insofern kann der Halter selbst entscheiden, ob die Tiere geimpft werden oder nicht. Sollte man sich dazu entschließen, nur noch alle 3 Jahre zu impfen, empfielt es sich natürlich trotzdem, regelmäßig zum jährlichen Check zum Tierarzt zu gehen.

Viele Grüße, Kefa
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Offizielles Mitglied der BARF-Sekte
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