Von der Geschlechtsreife bis hin zu Ammenmärchen
Ein Wort von mir vorweg:
Angesichts der überquellenden Tierheime verbietet sich eine Verpaarung von Hauskatzen und Mixen, eigentlich von selbst! Tiere fühlen auch kein Mutterglück, sie folgen lediglich ihrem Instinkt. Die Paarung und die Geburt, bedeuten vor allem Stress und auch Schmerzen!
Argumente wie: „Ich möchte mal ein Lebewesen aufwachsen sehen“ sind meiner Meinung nach schlichtweg Egoistisch! Durch die Paarung oder die Revierkämpfe werden häufig Krankheiten verbreitet, von den vielen verschiedenen Erbkrankheiten mal ganz zu schweigen.
Dazu: kitten-aufzucht-f29/nachwuchs-oder-nicht-t1679.html
GESCHLECHTSREIFE
Katzen werden zwischen dem 6. und 12. Monat geschlechtsreif, was aber auch Rassebedingt ist.
Bei Katern macht sich dieses durch markieren und vorwiegend nächtlichen „Gesängen“ bemerkbar. Freigänger überwinden wochenlang kilometerlange Strecken und sind häufig in Kämpfe um paarungsbereite Weibchen verwickelt – dadurch steigt auch das Krankheitsrisiko von Krankheiten die durch den direkten Kontakt übertragen werden (wie z.B. FIV)!
Die Paarungsbereitschaft bei der Katze nennt sich Rolligkeit.
ROLLIGKEIT
Jede Rolligkeit bedeutet vor allem Stress für die Katze. Eine Katze ist normalerweise 2 – 3 Mal im Jahr Rollig, wenn Sie nicht gedeckt wird, auch öfters – dann besteht die Gefahr der Dauerrolligkeit! D.h. Die Symptome der Rolligkeit hören nicht mehr auf oder es liegen nur kurze Pausen dazwischen. Dies kann zu einer eitrigen Gebärmutterentzündung führen.
Eine Katze sollte auch nicht gleich bei der ersten Rolligkeit gedeckt werden.
Typische Verhaltensweisen:
-häufiges miauen in tiefer Stimmlage
-Streicheleinheiten werden besonders genossen, sie beginnt zu treteln und stellt den Schwanz steil nach oben
-Spielerisches herrumrollen auf dem Boden (daher kommt die Bezeichnung Rolligkeit)
-erhöhte Temperatur
-verminderte Futteraufnahme
PAARUNG
Vor der eigentlichen Paarung findet erstmal ein Liebesspiel statt. Bei Katzen wird der Eisprung erst mit dem Geschlechtsakt ausgelöst. Der Penis des Katers ist mit kleinen "Widerhaken" ausgestattet, die die Scheide der Katze beim Geschlechtsakt reizen. Das Herausziehen des Penis bereitet Schmerzen und Katzen verspüren kein Lustgefühl! Während der Paarung beißt der Kater die Katze in den Nacken. Die Paarung selbst dauert nur einige Sekunden, wird aber öfters vollzogen. Auch bei der Paarung besteht erhöhtes Risiko von Krankheiten die durch den direkten Kontakt übertragen werden.
TRÄCHTIGKEIT
Die Trächtigkeit dauert ca. 63 Tage, die ersten Anzeichen dafür sind, dass wachsen der Zitzen. Zuletzt natürlich der immer runder werdende Bauch und vermehrte Futteraufnahme.
Rückt die Geburt näher, wird die Katze unruhig und sucht sich einen geeigneten Wurfplatz.
Trächtige Katzen brauchen besondere Pflege und neigen z.B. öfter zu Verstopfungen.
GEBURT
Da es immer zu Komplikationen kommen kann, sollte man die Geburt überwachen und vorher mit dem Tierarzt abklären, wie er im Ernstfall zu erreichen ist.
Mögliche Komplikationen:
-übel riechender Ausfluss oder starke Blutungen
-ausbleibende Wehen, nach dem 70. Tag der Tragzeit
-erfolglose Presswehen (das Kitten könnte in Steißlage liegen) – dieses macht einen Kaiserschnitt unumgänglich
-Gebärmutterentzündung, wenn die Plazenta (Nachgeburt) in der Gebärmutter bleibt
-Fehlgeburten
-die Mutter ist zu jung und unerfahren, sie könnte ihre Jungen totbeißen, erdrücken oder verstoßen
-im schlimmsten Fall verstirb die Mutter – das bedeutet Handaufzucht und die gehört in erfahrende Katzenhalterhände
Auch eine Blutgruppenunverträglichkeit sollte nicht vergessen werden, d.h. haben die Kitten Blutgruppe A (vom Kater) und die Katze Blutgruppe B nehmen die Kitten mit der Muttermilch Antikörper ihrer eigenen Blutgruppe auf. Als Folge sterben die Kleinen in wenigen Stunden/Tagen.
Zuerst beginnen die Senkungswehen, diese erweitern die Geburtswege und schieben das Kitten in den Geburtskanal. Dann folgen die Presswehen, jetzt platzt die Fruchthülle und das Fruchtwasser tritt aus.
Jedes Kätzchen kommt einzeln zur Welt, dann folgt die Nachgeburt, diese wird von der Katze aufgefressen und dabei wird auch die Nabelschnur durchtrennt. Der Zeitabstand der weiteren Babys kann stark variieren, von wenigen Minuten bis hin zu einigen Stunden.
ENTWICKLUNG
Kätzchen kommen blind und taub auf die Welt. In den ersten Tagen gibt die Mutter eine sehr dünne Milch (Kolostrom - Erstmilch) ab, diese enthält wichtige Antikörper.
Eine Katze hat 8 Zitzen und könnte demnach auch 8 Kitten großziehen, wobei das eine enorme Energieleistung wäre. Bei so großen Würfen, muss man wohl oder übel zufüttern.
Das Geburtsgewicht liegt etwa bei 100 Gramm. Man sollte die Kitten täglich wiegen, um sicher zu sein, dass Sie genügend Milch aufnehmen.
10 – 20 Gramm sollten die Kleinen in den ersten Tagen täglich zunehmen und nach der ersten Woche sollte sich das Geburtsgewicht verdoppelt haben. In den folgenden Woche je ca. 100 Gramm.
Die Augen öffnen sich zwischen dem fünften und zehnten Tag, wobei es dann noch ca. 2 Tage dauert, bis es etwas sieht.
Mit 14 Tagen sollte man den Kleinen die erste Wurmkur verabreichen. Ist die Katze Freigänger sollte man 14 Tage später nochmal entwurmen. Denn Kätzchen können schon mit der Muttermilch Wurmeier/Würmer aufnehmen, diese rauben Ihnen dann die wichtigen Nährstoffe.
Mit 2 Wochen beginnen sie an zu krabbeln und mit 3 Wochen zu laufen. Nun kommen auch schon die Milchzähnchen durch. Mit 4 Wochen ist der Gleichgewichtssinn schon gut entwickelt und mit ca. 6 Wochen werden die Kleinen entwöhnt. Mit rund 8 Wochen sollten die Kätzchen dann ganz auf Muttermilch verzichten und komplett auf Welpenfutter umgestellt sein. Mit 12 Wochen ist eine Katze dann Abgabebereit!
Als Streu für das Katzenklo eignet sich Klumpstreu nicht. Da Kitten wahrscheinlich erstmal versuchen diese zu fressen bzw. verschlucken könnten, was fatale Folgen haben kann.
In der 8. Woche wird dann zum ersten Mal gegen Katzenschnupfen und -seuche geimpft, vorher wird wieder entwurmt. In der 12.ten Woche wird dann erneut geimpft (wieder Schupfen und Seuche). Eine Tollwutimpfung würde ich nur bei Bedarf machen und das nicht vor der 16ten Woche.
KASTRATION
Fälschlicherweise wird bei der Katze oft von einer Sterilisation gesprochen – dies trifft aber nur bei Menschen zu.
Bei der Kastration des Katers werden die Hoden entfernt, bei der Kastration der Katze die Eierstöcke.
Bei der Sterilisation des Katers werden lediglich die Samenleiter und bei der Katze die Eileiter durchtrennt. Dadurch bleibt der Geschlechtstrieb, mit all seinen Begleiterscheinungen. D.h. Kater markieren weiter und gehen auf ihre Streifzüge und Katzen werden weiterhin Rollig --> Gebärmutterentzündung. Deshalb ist eine Sterilisation nicht Sinnvoll.
AMMENMÄRCHEN
-eine Katze muss mindestens einmal geworfen haben, um kastriert zu werden
-auch gibt es keine wissenschaftlichen Studien, dass Katzen die einmal Junge hatten, keinen Krebs bekommen







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