Auf jeden fall hat Mio mir beigebracht Dinge gelassener zu sehen. Dann fällt halt mal was runter und zerbricht. Na und? Oder die Unordnung. Ich hab gelernt, dass es vollkommen unwichtig ist, ob ich jetzt sofort irgendwas aufräume, in Ordnung bringe oder sonstwas. Es tut so gut in all dem Chaos auf dem Boden zu sitzen und mit dem Kleinen zu schmusen oder raufen. Alles ein bisschen lockerer zu sehen, nicht immer alles perfekt machen müssen.... Das hat er mich quasi gelehrt.
Und dass man Pausen braucht.
Und dass es jemanden gibt, der mich immer toll findet. Egal, ob ich jetzt eine Gurkenmaske im Gesicht oder zerzauste Haare hab oder nicht. Mio hat mich trotzdem verliebt angesehen. Das tut gut. Man geht doch immer davon aus, dass man irgendwas tun muss, um gemocht zu werden. Ich zumindest. Und sei es "nur" ein Tier, das einem das Gefühl gegeben hat, dass das nicht so ist.... Mir tat das verdammt gut.
Wieder was gelernt.
Oh und ich hab mir angewöhnt nichts Essbares mehr in der Küche einfach so stehen zu lassen. Die paar Dinge, die mir was Ordnung betrifft, wichtig sind, hab ich dann halt sofort weg getan. Bei mir konnte sowas sonst stundenlang draußen rumstehen... die Faulheit.
Ich hab in den drei Monaten mit Mio.... hm.... die Prioritäten neu geordnet. Neu für mich festgestellt, was mir wirklich wichtig ist und dass das andere tatsache überhaupt vollkommen egal ist. Dass ich da viel zu viel Zeit mit verschwendet habe. Ja.
Und noch was: Meiner Mutter hat er beigebracht, dass Katzen was unheimlich tolles sind. Die hatte nämlich vorher ein wenig Angst vor den Fellnasen. Inzwischen fehlt er ihr genauso sehr wie mir. Wenn nicht noch schlimmer.
Man wird achtsamer für Kleinigkeiten, denke ich.
Ich meine, da merkt man erst mal wie unglaublich schön das sein kann.... Auf dem Sofa liegen und plötzlich so einen Zwerg schnurrend auf dem Bauch liegen haben, während man liest. Man ist nicht alleine. Nie. Das ist.... hm. Einfach toll.
