Wollte diesen Beitrag schon länger schreiben, hatte aber nie Zeit dazu. Und nachdem ich jetzt wochenends öfter mit meiner Mutter bei Hundezüchtern vorbeifahre, finde ich, ist sowas mal angebracht, denn man sieht da schon einige Sachen.
Die Frage ist, woran erkennt man eine gute seriöse Zucht? Dabei gibt es einige Kriterien, die man beachten sollte. Wenn Punkte dabei nicht ok sind, sollte man seinen gesunden Menschenverstand einsetzen und überlegen, ob man so etwas WIRKLICH unterstützen will. Denn jeder Käufer unterstützt die unseriösen Züchter und damit wird sich nie etwas ändern.
Man sollte zum einen wegen der Gesundheit der Kleinen darauf achten, zum zweiten aber auch grundsätzlich überlegen, wie man zu dem Thema steht. Klar gibt es Leute, denen schlechte Haltungsbedingungen egal sind, aber kann man das wirklich mit seinem Gewissen vereinbaren? Nur weil einem das Tier dort leid tut? Ist es wirklich ratsam so etwas zu unterstützen?
Ich liste hier mal ein paar Punkte auf, die ganz entscheidend dabei sind:
- Punkt 1: Zum Züchter selber: Grundlegend (und Vorraussetzung dabei) ist natürlich, dass er selbstverständlich in einem Zuchtverein registriert ist, die Zuchterlaubnis hat und alle seine Tiere auch zur Zucht geeignet sind. Wie reagiert ein Züchter auf den Zontakt? Ist er freundlich? Ist er bereit dazu, alle Fragen zu beantworten? Möchte er dich persönlich kennenlernen bevor er dir ein Tier verspricht? KEIN seriöser Züchter gibt normalerweise sein Tier schon beim ersten Besuch ab. Normalerweise lädt er einen mindestens zwei Mal zu sich ein und lässt einem immer Bedenkzeit nachdem man das Tier das erste Mal gesehen hat. (Ausnahmen hier sind eventuell Züchter im Ausland, wo es logistisch nicht anders möglich ist). Ein guter Züchter räumt jedem Käufer ein Rückgaberecht ein, falls es nicht klappt. Manche Züchter nehmen auch ein Tier von sich in Urlaubsbetreuung.
- Punkt 2: Das Kitten: Tiere von seriösen Züchtern besitzen einen Stammbaum und eine Ahnentafel. Auch Liebhabertiere mit optischen Mängeln bekommen Papiere!! (Vorsicht: Auch Papiere können gefälscht werden!) Nur damit lässt sich die Verwandtschaft überprüfen und die Zuchtschritte nachvollziehen. Die Tiere entsprechen dem Rassestandard und sind gesund. Die Elterntiere sind auf genetische Krankheiten getestet. Es gibt keine verklebten Augen, keinen schmutzigen Po, kein übermäßiges Kratzen, die Tiere haben glänzendes schuppenfreies Fell und einen aufgeweckten Charakter (Kitten sowie die älteren Tiere). Tiere die apathisch in der Ecke liegen sind kein gutes Zeichen. Ängstliche Tiere sind nicht ausreichend sozialisiert. Seriöse Züchter geben ihre Tiere frühestens mit der 12. Woche ab. Dann sind sie geimpft, mehrfach entwurmt und (meistens) gechippt. Sie besitzen einen Ausweis in dem man die Impfung und die Chippung nachlesen kann. Kein Ausweis bedeutet keine Impfung oder Chippung. Davon sollte man Abstand halten.
- Punkt 3: Das Umfeld: Die Mutter sollte immer anwesend sein. Ganz deutliches Kriterium ist die Sauberkeit im Haus. Wenn es schon beim Betreten nach Urin, Kot oder Desinfektionsmitteln riecht, sollte man sich hier kein Tier holen. Das lässt darauf schließen, dass entweder ein Unsauberkeits- oder ein Hygieneproblem seitens des Züchters vorliegt. Unsauberkeit kann auf eine schlechte Sozialisation oder organische Probleme hindeuten. Ein Hygieneproblem des Züchters lässt auf Nachlässigkeit aufgrund von Gleichgültigkiet oder auf Überforderung schließen. Daneben sollte es natürlich auch sonst nicht dreckig sein. Wie sieht das Haus aus? Ist genug Platz für die dort lebenden Tiere? 10 Katzen in einer 3-Zimmer-Wohnung sind kein gutes Zeichen. Optimal ist ein Haus mit Garten. In einer Wohnung dürfen nicht zuviele Tiere leben. Da sollte man den logischen Menschenverstand einsetzen. Alle Tiere sollten freundlich auf den Besuch reagieren. Ängstlichkeit lässt auf eine schlechte Haltung schließen. Wie oft werden die Tiere gedeckt? Üblicherweise nicht öfter als 3 Mal alle 2 Jahre. Das verhindert, dass die Tiere als Gebärmaschinen missbraucht werden. Gibt es Käfige oder abgetrennte Tiere? Das sollte nicht sein. Die Kitten sind üblicherweise in einem Babyauslauf, werden aber dann rausgeholt, wenn man sie sich anschaut. Alle anderen Tiere sollte nicht abgetrennt oder sogar eingesperrt sein. Einzelne Tiere mit der Aussage "Ja es gab hier immer Zoff, drum musste der Ältere abgesperrt werden", die dann mitunter den ganzen Tag in einem 1m² großen Auslauf leben, sind kein gutes Zeichen. Ebenso sollten die Kater nicht abgetrennt sein. Sogenannte "Katerzimmer" sind nicht artgerecht. Das Argument, dass gerade eine (oder mehrere) Katzen rollig sind und dass der Kater darum abgesperrt ist, gilt nicht. Ebenso das Argument des Markierens. Da gibt es andere Mittel und Wege. Kater können auch einen Gartenauslauf (falls vorhanden) zum Markieren kriegen, oder aber Höschen.
So, ich glaub das wars erstmal. Später fällt mir bestimmt noch mehr ein.
Nun würde mich mal interessieren, was für Erfahrungen ihr mit Züchtern gemacht habt und ob ihr auch schon bei schlechten Züchtern wart und was ihr dort erlebt habt. Freu mich auf eure Antworten.




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