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Von der Geschlechtsreife bis zu Ammenmärchen

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Beitragvon kathi » 20.01.2009 19:00

Von der Geschlechtsreife bis hin zu Ammenmärchen

Ein Wort von mir vorweg:
Angesichts der überquellenden Tierheime verbietet sich eine Verpaarung von Hauskatzen und Mixen, eigentlich von selbst! Tiere fühlen auch kein Mutterglück, sie folgen lediglich ihrem Instinkt. Die Paarung und die Geburt, bedeuten vor allem Stress und auch Schmerzen!

Argumente wie: Ich möchte mal ein Lebewesen aufwachsen sehen sind meiner Meinung nach schlichtweg Egoistisch! Durch die Paarung oder die Revierkämpfe werden häufig Krankheiten verbreitet, von den vielen verschiedenen Erbkrankheiten mal ganz zu schweigen.
Dazu: Nachwuchs oder nicht?


GESCHLECHTSREIFE

Katzen werden zwischen dem 4. und 12. Monat geschlechtsreif, was aber auch Rassebedingt ist.
Bei Katern macht sich dieses durch markieren und vorwiegend nächtlichen Gesängen bemerkbar. Freigänger überwinden wochenlang kilometerlange Strecken und sind häufig in Kämpfe um paarungsbereite Weibchen verwickelt dadurch steigt auch das Krankheitsrisiko von Krankheiten die durch den direkten Kontakt übertragen werden (wie z.B. FIV)!
Die Paarungsbereitschaft bei der Katze nennt sich Rolligkeit.


ROLLIGKEIT

Jede Rolligkeit bedeutet vor allem Stress für die Katze. Eine Katze ist normalerweise 2 bis 3 Mal im Jahr Rollig, wenn Sie nicht gedeckt wird, auch öfters, dann besteht die Gefahr der Dauerrolligkeit! D.h. Die Symptome der Rolligkeit hören nicht mehr auf oder es liegen nur kurze Pausen dazwischen. Dies kann zu einer eitrigen Gebärmutterentzündung führen. Eine Katze sollte auch nicht gleich bei der ersten Rolligkeit gedeckt werden.

Typische Verhaltensweisen:
- häufiges miauen in tiefer Stimmlage
- Streicheleinheiten werden besonders genossen, sie beginnt zu treteln und stellt den Schwanz steil nach oben
- Spielerisches herrumrollen auf dem Boden (daher kommt die Bezeichnung Rolligkeit)
- erhöhte Temperatur
- verminderte Futteraufnahme


PAARUNG

Vor der eigentlichen Paarung findet erstmal ein Liebesspiel statt. Bei Katzen wird der Eisprung erst mit dem Geschlechtsakt ausgelöst. Der Penis des Katers ist mit kleinen "Widerhaken" ausgestattet, die die Scheide der Katze beim Geschlechtsakt reizen. Das Herausziehen des Penis bereitet Schmerzen und Katzen verspüren kein Lustgefühl! Während der Paarung beißt der Kater die Katze in den Nacken. Die Paarung selbst dauert nur einige Sekunden, wird aber öfters vollzogen. Auch bei der Paarung besteht erhöhtes Risiko von Krankheiten die durch den direkten Kontakt übertragen werden.


TRÃCHTIGKEIT

Die Trächtigkeit dauert ca. 63 Tage, die ersten Anzeichen dafür sind, dass wachsen der Zitzen. Zuletzt natürlich der immer runder werdende Bauch und vermehrte Futteraufnahme. Rückt die Geburt näher, wird die Katze unruhig und sucht sich einen geeigneten Wurfplatz. Trächtige Katzen brauchen besondere Pflege und neigen z.B. öfter zu Verstopfungen.


GEBURT

Da es immer zu Komplikationen kommen kann, sollte man die Geburt überwachen und vorher mit dem Tierarzt abklären, wie er im Ernstfall zu erreichen ist.

Mögliche Komplikationen:
- übel riechender Ausfluss oder starke Blutungen
- ausbleibende Wehen, nach dem 70. Tag der Tragzeit
- erfolglose Presswehen (das Kitten könnte in Steißlage liegen) dieses macht einen Kaiserschnitt unumgänglich
- Gebärmutterentzündung, wenn die Plazenta (Nachgeburt) in der Gebärmutter bleibt
- Fehlgeburten
- die Mutter ist zu jung und unerfahren, sie könnte ihre Jungen totbeißen, erdrücken oder verstoßen
- im schlimmsten Fall verstirb die Mutter, das bedeutet Handaufzucht und die gehört in erfahrende Katzenhalterhände

Auch eine Blutgruppenunverträglichkeit sollte nicht vergessen werden, d.h. haben die Kitten Blutgruppe A (vom Kater) und die Katze Blutgruppe B nehmen die Kitten mit der Muttermilch Antikörper ihrer eigenen Blutgruppe auf. Als Folge sterben die Kleinen in wenigen Stunden/Tagen.

Zuerst beginnen die Senkungswehen, diese erweitern die Geburtswege und schieben das Kitten in den Geburtskanal. Dann folgen die Presswehen, jetzt platzt die Fruchthülle und das Fruchtwasser tritt aus.

Jedes Kätzchen kommt einzeln zur Welt, dann folgt die Nachgeburt, diese wird von der Katze aufgefressen und dabei wird auch die Nabelschnur durchtrennt. Der Zeitabstand der weiteren Babys kann stark variieren, von wenigen Minuten bis hin zu einigen Stunden.


ENTWICKLUNG

Kätzchen kommen blind und taub auf die Welt. In den ersten Tagen gibt die Mutter eine sehr dünne Milch (Kolostrom - Erstmilch) ab, diese enthält wichtige Antikörper.

Eine Katze hat 8 Zitzen und könnte demnach auch 8 Kitten großziehen, wobei das eine enorme Energieleistung wäre. Bei so großen Würfen, muss man wohl oder übel zufüttern.

Das Geburtsgewicht liegt etwa bei 100 Gramm. Man sollte die Kitten täglich wiegen, um sicher zu sein, dass Sie genügend Milch aufnehmen. 10 - 20 Gramm sollten die Kleinen in den ersten Tagen täglich zunehmen und nach der ersten Woche sollte sich das Geburtsgewicht verdoppelt haben. In den folgenden Woche je ca. 100 Gramm.

Die Augen öffnen sich zwischen dem fünften und zehnten Tag, wobei es dann noch ca. 2 Tage dauert, bis es etwas sieht.
Mit 14 Tagen sollte man den Kleinen die erste Wurmkur verabreichen. Ist die Katze Freigänger sollte man 14 Tage später nochmal entwurmen. Denn Kätzchen können schon mit der Muttermilch Wurmeier/Würmer aufnehmen, diese rauben Ihnen dann die wichtigen Nährstoffe.

Mit 2 Wochen beginnen sie an zu krabbeln und mit 3 Wochen zu laufen. Nun kommen auch schon die Milchzähnchen durch. Mit 4 Wochen ist der Gleichgewichtssinn schon gut entwickelt und mit ca. 6 Wochen werden die Kleinen entwöhnt. Mit rund 8 Wochen sollten die Kätzchen dann ganz auf Muttermilch verzichten und komplett auf Welpenfutter umgestellt sein. Mit 12 Wochen ist eine Katze dann Abgabebereit!

Als Streu für das Katzenklo eignet sich Klumpstreu nicht. Da Kitten wahrscheinlich erstmal versuchen diese zu fressen bzw. verschlucken könnten, was fatale Folgen haben kann. Da gibt es spezielles Kittenstreu wie Maisstreu.

In der 8. Woche wird dann zum ersten Mal gegen Katzenschnupfen und -seuche geimpft, vorher wird wieder entwurmt. In der 12.ten Woche wird dann erneut geimpft (wieder Schupfen und Seuche). Eine Tollwutimpfung würde ich nur bei Bedarf machen und das nicht vor der 16ten Woche.


KASTRATION

Fälschlicherweise wird bei der Katze oft von einer Sterilisation gesprochen, dies trifft aber nur bei Menschen zu.

Bei der Kastration des Katers werden die Hoden entfernt, bei der Kastration der Katze die Eierstöcke.

Bei der Sterilisation des Katers werden lediglich die Samenleiter und bei der Katze die Eileiter durchtrennt. Dadurch bleibt der Geschlechtstrieb, mit all seinen Begleiterscheinungen. D.h. Kater markieren weiter und gehen auf ihre Streifzüge und Katzen werden weiterhin Rollig --> Gebärmutterentzündung. Deshalb ist eine Sterilisation nicht Sinnvoll.


AMMENMÃRCHEN

- eine Katze muss mindestens einmal geworfen haben, um kastriert zu werden
- auch gibt es keine wissenschaftlichen Studien, dass Katzen die einmal Junge hatten, keinen Krebs bekommen
- Katzen die kastriert sind, werden faul und träge und fangen nicht mehr so viele Mäuse
- Die Katzen haben "Spaß" an der Fortpflanzung
- Kater werden kastriert und Katzen sterilisiert
- Geschwister verpaaren sich nie
- Langzeitstudien haben gezeigt, dass die Hormone keinerlei Einfluss auf das Wachstum von Katze und Kater haben


Aktualisiert Februar 2012 LunaMaus
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Beitragvon Rieke » 26.01.2009 09:53

Hallo Kathi,

Finde die Eröffnung dieses Threads SEHR gut!! :daum:
Hier können Leute, die Infos zu dem Thema suchen, sich jetzt sachlich und neutral ein paar gute Informationen zusammenlesen ohne "auf den Deckel" zu bekommen :wink:

Was man hier vielleicht noch hinzufügen könnte sind die Links zur Cat-Care Tierhilfe Kassel
http://www.katzeninfo.com/KIN/catcare/k ... ation.html
bzw. direkt den Informationsflyer zum Thema Kastration
http://www.cat-care.de/fruehkastration.pdf" onclick="window.open(this.href);return false;

Den hab ich mir auch heruntergeladen und finde ihn SEHR gut und informativ!!

Nebenbei schreiben die da auch, dass Katzen heutzutage im Schnitt mit 5 Monaten geschlechtsreif werden!!! (Laut Cat-Care gesicherter Medizinischer Fakt...)

Information ist alles... Viele Leute machen sich da heutzutage wirklich viel zu wenige Gedanken.

Liebe Grüße
Rieke
Ob eine Schwarze Katze Unglück bringt hängt davon ab, ob man ein Mensch ist oder eine Maus
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Beitragvon chanel » 26.01.2009 21:33

Hallo Kathi,

was hältst du davon, wenn man das hier oben anpinnt?
Ich find es nämlich richtig gut und denke damit man es nicht immer
suchen muss, wärs doch ganz sinnvoll das man das gleich sieht wenn man
die Kittenaufzucht öffnet.

LG Angie
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Beitragvon pauly » 03.05.2009 21:07

Kathi ich bin begeistert .....
toller beitrag!!!! :daum:

kann mich den anderen echt nur anshließen.
vielen dank auch für deine anderen tipps :smile1:
pauly
 

Beitragvon kathi » 14.05.2009 19:22

Warum sollten Kätzchen mindestens 12 Wochen bei der Mutter und den Geschwistern bleiben?!


Mit 6-8 Wochen können Kätzchen doch schon selbstständig Nahrung aufnehmen und auch das Kistchen wird schon benutzt. Warum also nicht schon in ein neues Zuhause geben, gerade Katzenkinder sind doch so süß und die Bindung zu dem Menschen wird dann auch viel stärker. In Wahrheit riskiert man aber Verhaltens- und Gesundheitsprobleme!!!

Ein Besitzwechsel ist immer stressig, was sich negativ auf das Immunsystem auswirken kann.
Die Abwehrkräfte in einem Alter unter 12 Wochen konnten sich noch gar nicht richtig entwickeln. Mögliche Folgen sind z.B. Schnupfen oder Verdauungsstörungen.
Kätzchen werden erst mit ca. 8 Wochen richtig entwöhnt (manche auch später) und bei einer zu frühen Abgabe, riskiert man Durchfall da der Magen noch gar nicht komplett auf das Katzenfutter eingestellt ist. Durchfall kann gerade bei so jungen Tieren schnell Lebensgefährlich werden!
Durch die Kolostralmilch (Muttermilch) erhält das Kätzchen mütterliche Antikörper, die zwischen der 6.-12. Woche abgebaut werden, deswegen wird in der 8. und in der 12. Woche gegen Katzenschnupfen und –seuche geimpft. Eine Katze ist also erst in einem Alter von 12 Wochen Grundimmunisiert. Da auch die Impfung auf den Organismus schlagen kann, gibt ein verantwortungsvoller Züchter die Kitten erst mit Ende der 12. Woche ab.

Mögliche andere Folgen einer zu frühen Trennung von Mutter & Geschwistern:

Unsauberkeit

Nuckeln: ein Zeichen, dass das Kitten noch nicht entwöhnt war, die Katze versucht so den plötzlichen Verlust der Mutter auszugleichen.
Was ja auf den ersten Blick niedlich erscheinen mag, aber dieses Verhalten lässt sich nicht abstellen, auch nicht wenn die Katze schon groß ist.

aggressives, ängstliches, scheues oder auch gegenteiliges Verhalten wie „klammern“
Beim spielen mit den Geschwistern lernt das Kätzchen seine Kräfte richtig zu nutzen. Katzen die zu Früh getrennt wurden, bleiben häufig Einzelgänger oder entwickeln kein richtiges Sozialverhalten.


Soll ein Kätzchen also vor der 13. Woche abgegeben werden, handelt es sich wahrscheinlich um einen verantwortungslosen Vermehrer, der sich keine Arbeit mit der Aufzucht machen will und sich die Kosten für Impfungen/Wurmkuren/Futter etc. sparen möchte.
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Beitragvon KundI » 14.08.2010 14:40

Suuuuper Thread! :daum:

LG. Ute :)
KundI
 

Beitragvon kathi » 14.08.2010 17:13

Danke Ute,

ich seh grad, dass ich den Text mal überarbeiten müsste. Seit einem Update sind da so blöde Zeichen drin. :?
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Beitragvon catluver » 16.09.2010 14:28

Soooo jetzt muss ich auch posten...

Toller Beitrag, Kathi :daum: Ich fände es schön wenn jeder informiert wäre, was die Schwangerschaft einer Katze wirklich bedeutet. Eine aus meiner Schulklasse hat drei Kitten von ihrer armen Katze bekommen. Wie ich mir den Mund fusselig geredet habe, ihr einzuschärfen dass sie ihre Katze kastrieren lassen soll! Irgendwann hat sie angefangen mich zu beschimpfen. Und auch als ich versucht habe, meinen Freundinnen zu erklären, warum man die Miez unbedingt kastrieren lassen sollte. Ich hätte beinahe das große Würgen bekommen, als meine eine Freundin schließlich gesagt hat: "Ich würde meine Katze nur kastrieren lassen, wenn ich keine Jungen will." Wie kann man nur so egoistisch sein????? Ich habe angefangen zu schimpfen. Außerdem würden Katzen kein Mutteglück empfinden. Sie: "Woher wollen alle wissen, was die Katzen denken?" Da hab ich es aufgegeben und ihr das Forum hier empfohlen und Annas und deinen Thread. Natürlich wird sie ihn nie lesen. Aber ich finde das ein starkes Stück :twisted:

Na, trotzdem nochmal, toller Beitrag! ;)
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