von Bettyjockebina » 03.06.2009 19:16
Ja stimmt! Aber ich denke, das Problem liegt auch noch woanders. Wir Menschen sind so empfindlich, wenn es darum geht, das auf dieser Welt auch gestorben wird. Wer will das schon sehen? Und trotzdem gehört das zum Leben dazu. Ist die andere Seite der Medaille. Wir bekommen so selten mit, was sterben wirklich bedeutet und wie das Sterben vor sich geht, dass wir am Liebsten alles was damit zu tun hat einfach "weg machen" würden. Der kleine Vogel, den unsere Katze uns tot gespielt und geschenkt hat, erinnert uns mit einem schmerzlichen Ruck daran, dass Sterben verdammt weh tun kann. Gut mal hinzuschauen und den Schmerz auszuhalten. Eines Tages sind wir selber dran, und das ist eine ganz andere Liga - und vor allem eine, der wir nicht ausweichen können.
Ich wünsche mir so sehr, das wir Menschen besser lernen (mit dem Leben und) dem Sterben klar zu kommen. Und da gibt es nur eins: hinschauen, Freude leben und Schmerz ebenso, nicht "weg machen"! In der Zwischenzeit möchte ich mich persönlich darum bemühen, dass möglichst wenige Tiere wegen mir leiden müssen, nicht umsonst und "billig" sterben müssen wegen dem Steak oder dem Ei, auf das ich nicht verzichten will. Wie "verrückt" sind wir eigentlich, dass wir uns über tote Vögelchen aufregen, während tausende Tiere tagein, tagaus wie wahnsinnig leiden, weil wir das so wollen und akzeptieren, weil wir uns angewöhnt haben im Luxus zu leben und möglichst viel für unser schwer verdientes Geld zu bekommen? Unser "Glück" ist, das die meisten Tiere stumm leiden und alles Leid hinter fein gestrichenen Mauern geschieht, schalldicht! Da kann man es so schön ignorieren! Und immer so weiter machen!
Nur dass das klar ist, Jana, ich greife hier keineswegs Dich persönlich an. Ich meine nicht Dich! Ich meine das Du geschrieben hast, was vielen Menschen nahe geht. Und mir sind kleine junge Vögel, oder alte kranke überhaupt garnicht egal. Das schmerzt mich auch. Aber ich hab als Kind von meiner Oma gelernt, dass man sich hüten soll bei anderen ( äh, unserer Katze) das zu verurteilen, was wir selber machen. Schönen Gruß! Betty
Ich liebe Katzen, weil ich mein Heim liebe und sie nach einer Weile dessen sichtbare Seele werden. Jean Cocteau