Ja - es geht vorwärts.
Heute ist der erste Tag, wo seit Stunden alle Zimmertüren offen stehen, ohne das es Krach und Zank gibt.
Ella liegt auf dem Sofa im Flur. Dort hat sie den totalen Überblick und Binchen liegt im Wohnzimmer auf der Fensterbank und guckt "Katzen - TV" am Fenster.
Sie sind sich heute morgen schon einige male begegnet und das sind immer kippelige Momente. Aber ich tauche dann immer zufällig auf, rede leise vor mich hin, sortiere Wäsche oder staube mal hier oder da was ab (sehr sauber hier zur Zeit

) und glänze durch pure Anwesenheit. Das reicht. Alles gut.
Allein gelassen, weil ich zur Arbeit muss, würde ich die Katzen immer noch weiter "sortieren" hinter geschlossenen Türen.
Ich habe noch was wichtiges für diese komplizierte Zusammenführung heraus gefunden.
Es ist wichtig, dass Bina schön satt und zufrieden ist. Da sie ein extrem schlechter Esser ist, vor allem in Zeiten von Stress und Unsicherheiten - da hört sie einfach total auf zu futtern, bekommt sie jetzt ein Futter, was ich täglich verfluche, dem sie aber nicht widerstehen kann. Felix.
Anfangs hat sie nur eine halbe Tüte am ganzen Tag gefressen, aber inzwischen ist sie bereits bei drei halben Tüten über den Tag verteilt. Das müßt Ihr mal sacken lassen. Sie ist so dünn, dass sie mit 1,5 Tüten Felix bereits mehr frisst, als je zuvor.
Aber jetzt - sie ist satt. Sie ist zufrieden. Sie hat keinen Bock mehr zu zanken. Und nun kann sie auch Ella Moppeldops besser ertragen. Und - vielleicht nimmt sie ja nun auch endlich mal was zu. Sie ist so eckig beim Streicheln...
Klar möchte ich am liebsten alle meine Katzen super gesund ernähren. Sie sollen alle ewig leben und mein Leben begleiten. Sie sollen alle nie krank werden und zum Doc müssen. Niemals leiden oder gar sterben.
Dafür wär natürlich gesundes Futter gerade recht.
Aber - sone halb verhungerte, aggressive Katze ist doch auch kein Zustand.
Also bekommt Binchen jetzt das olle Felix Zeug. Immer allein gerfüttert, damit sie auch Ruhe beim Fressen hat. Außerdem stehen sonst alle Katzen hier demnächst im Streik und wollen nur noch Felix...
Nee, nee, nee! Kommt nicht in die Tüte!
Ich liebe Katzen, weil ich mein Heim liebe und sie nach einer Weile dessen sichtbare Seele werden. Jean Cocteau