Eine weitere Katzenrasse möchte ich euch unbedingt noch vorstellen, die Siamkatze.
Seit ich das erste mal eine Siamkatze in einem Buch gesehen habe, bin ich hin und weg von dieser so eleganten und doch nicht ganz einfachen Katzenrasse. Die Siamkatzen gehört neben der Bengalkatze zu meinen absoluten Lieblingsrassen.
Auch hier möchte ich mich nochmal bei Frau Andrea Untersteller bedanken, die mir ihre Texte und Bilder zur Verfügung gestellt hat.
GESCHICHTE
Die Siamesen sind eine der ältesten und bekanntesten Rassekatzen. Wie der Name schon andeutet, kommen diese Katzen aus Asien, Siam war die alte Bezeichnung für das heutige Thailand. Diese Katzen müssen schon damals durch ihre Eleganz und das einzigartige Wesen die Menschen verzaubert haben, daher wurden sie ausschließlich im Königpalast als hoch geachtete Haustiere gehalten. Die dunklen Markierungen wurden früher als “Royal Points†bezeichnet, heute heißen diese kälteren - damit dunkleren Körperteile – (Füße, Schwanz, Nasenbereich) “pointsâ€. Alte Schriften besagen, dass diese Königskatzen eine wichtige religiöse Rolle spielten; starb ein Mitglied der Familie, wurde eine der Katzen auserkoren, die Seele des Verstorbenen weiterzuführen. Jene Katzen, denen spirituelle Kräfte nachgesagt wurden, lebten fortan in einem Tempel in höchstem Luxus, bedient von Mönchen und Priestern.
Die ersten ‘offiziellen’ Siamesen, die 1884 nach Europa kamen, waren laut Geschichte ein Geschenk des thailändischen Könighauses an den britischen Generalkonsul Mr Gould. Es handelte sich um ein weibliches und männliches Tier namens Pho und Mia, die ein neues Zuhause bei Sir Goulds Schwester fanden. Die ersten Nachkommen dieses Katzenpaares wurden 1885 in einer Katzenausstellung im Londoner Crystal Palace ausgestellt (siehe Photo). Ende des achtzehnten Jahrhunderts wurden weitere wenige Tiere aus Siam eingeführt. Diese Katzen formten den Grundstock der heutigen Siamesenrasse. 1902 wurde der erste englische Liebhaberclub für Siamesen gegründet. Schon wenige Jahre später gab es den ersten niedergeschriebenen Rassestandart für Siamkatzen, in denen der Knickschwanz und Schielblick als Echtheitsmerkmale gefordert wurden.
CHARAKTER UND TEMPERAMENT
Siamesen gehören zur Gruppe der Orientalen, es ist typisch für diese 'sprechfreudigen' Katzen, dass sie aufgeweckt, neugierig und aufgeschlossenen durchs Leben schreiten. Diese intelligenten Katzen brauchen und fordern Aufmerksamkeit und Stimulation und sehen sich als 'nützliche' Familienmitglieder an, die bei fast allen Dingen des Alltags dabei sein wollen. Siamkatzen haben eine vielleicht vergleichbare Beziehung wie Hunde mit ihren Besitzern, sie lieben ihre Menschen und möchten so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen. Mit Siamkatzen kann man wunderbar spielen, viele lernen mühelos Bällchen oder ähnliches zu apportieren, andere lieben es, auf der Schulter 'ihres' Menschen zu sitzen oder reiten. Für Berufstätige, die wenig Zeit zu Hause verbringen, sind die sehr Menschenbezogenen Siamesen nicht die geeignete Wahl. Eine zweite Katze ist in einem Siamesenhaushalt ratsam, Orientalen sind zu keiner Zeit gerne alleine und schließen meist unproblematisch Freundschaft mit anderen aufgeweckten Katzen und Hunden.
AUSSEHEN
Die Siamesen sind eine der ältesten bekannten Zuchtkatzen, und viele Geschichten und Fabeln erzählen von dieser exotischen orientalischen Rasse. Durch das sehr distinguierte Äußere sind die schlanken und rassigen Siamesen leicht zu erkennen - ein lang gestreckter muskulöser Körper, lange elegante Beine, ein langer schlanker Schwanz, ein länglicher proportionierter Kopf mit einem geraden Profil und großen tief angesetzten Ohren, dazu die deutlich erkennbaren 'Points'.
Was sind Points?
- eine Maske im Gesicht, dunkler als der Rest des Gesichts und der Grundfarbe
- dunkle Ohren in der Farbe der Maske
- Beine in Farbe der Maske
- Schwanz in Farbe der Maske
- Hoden des Katers in Farbe der Maske
Die warme Seal Point Variante ist wohl der älteste vielleicht ursprüngliche Färbung, wobei es durchaus möglich wäre, dass es bereits andere, damals weniger beliebte Point Farben gab. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in England von einer blauen Point Farbe berichtet. Heute gibt es mannigfaltige Farbvariationen, seal- blue- chocolate- lilac- red- cream- cinnamon- cream- fawn- lavender, dazu Tabbyvarianten und Tortie points. Katzen mit dem 'Himalayan Pattern' haben blaue Augen und werden weiß geboren.
Autor: Andrea Untersteller aus Mannheim (züchtet aber nicht mehr selber, ihre Katzen sind ausschließlich Familienmitglieder)
www.siamia.com
Und nun Bilder ihrer Siamesen:





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