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Von Einzelkatzen, zerfleischten Mamas und mürrischen Papas

Hier könnt Ihr über das Verhalten Eurer Katze diskutieren. Wofür stehen das Beschnuppern, das Reiben, um die Beine schnurren etc

Beitragvon Stephie » 14.01.2015 16:35

Liebe Mit-Katzenmamas- und -Papas,

ich warne gleich einmal vor: Das wird garantiert ein Mördertext :)

Meine Intention hier ist u.a. eure persönliche Erfahrung, außerdem würde ich mir auch zu einigen Themen eine rege Diskussion erhoffen.

Da ich hier gleich alles in einen Post fasse, weil irgendwie alles zusammenhängt und es ansonsten viele Threads benötigen würde, habe ich mir eine kleine Strukturierung erlaubt:

Prolog: Die Einzel-Katze

Meine Eltern haben einen Kater. Sie haben ihn vor 3 Jahren liebevoll "adoptiert" nachdem meine Tante meiner 80-jährigen Oma das Tier geschenkt hat und sie verständlicherweise erklärt hat, dass sie ihn nicht nehmen will. (Sie hatte immer Katzen und es musste gerade ihr letzter Kater eingeschläfert werden nach langer schwerer Krankheit. Und sie hatte sich gerade einen Liebhaber gefunden ;) ). Meine Mama hat ihn dann genommen, weil Oma natürlich ihrer Adoptivtochter (also meiner Tante) nicht sagen konnte, dass sie das Tier nicht will.

Lange Rede, kurzer Sinn: Chili, der Kater, war nicht geplant.

Er war immer schon sehr verspielt und auch sehr grob dabei (er war sicher noch keine 12, vielleicht nicht einmal 8 Wochen alt, als er zu uns kam).
Je älter er wurde, desto "aggressiver" wurde er. Ich war damals schon sein potentielles Opfer. Wenn ich auf der Couch schlief sprang er mir, alle 4e von sich gestreckt und mit ausgefahrenen Krallen, ins Gesicht. Hinter jeder Ecke lauerte er um mir in die Hacken zu springen. An Streicheln war gar nicht zu denken, meine Handgelenke waren Hähnchenflügel. Offensichtlich zum Fressen gern.

Bei meiner Mama macht er das auch. Er macht das eigentlich bei allen. Außer bei Papa. Der ist sein auserkorener Liebling. Da wird geschnurrt, da lässt man sich streicheln.

Ich muss gestehen, ich war ziemlich froh, schon damals kaum mehr zu Hause zu sein und bin dann auch früh ausgezogen. Diese Katze war für mich der absolute Horror!

Wenig später nahm sich auch ein befreundetes Paar eine Katze. Im Geheimen nenne ich all diese Katzen "Killer-Katzen" obwohl sie natürlich nichts dafür können. Die Kleine wäre, ähnlich wie die meinigen, beinahe der Katzenseuche erlegen. Sie war schon von klein auf extrem aktiv - hatte aber, und da war ich damals schon dagegen, nur eine kleine 36m2 RAUCHER-Wohnung als Spielplatz zum Toben. Und war allein.

Auch ein anderes Paar nahm sich eine Katze. Wieder ein Killer-Kitty. Hier wurde der "Fehler" aber schon nach einem Jahr behoben und eine Zweitkatze wurde angeschafft. Allerdings ebenfalls eine Raucher-Wohnung, dafür etwas größer.

Ich dachte bislang immer, es gibt einfach solche Killer-Katzen. Die sind halt so. Als wir uns dazu entschlossen doch wieder Katzen zu nehmen, nachdem unsere Ex-WG-Mitbewohner die ihrigen mitgenommen haben (die im Übrigen beide dann weggegeben wurden, obwohl David und ich uns beide behalten hätten…), hatte ich panische Angst davor, eine Killer-Kitty zu erhalten. Ich war sehr verwöhnt von dem Kater meines Ex-Mitbewohners (was heißt verwöhnt. Ich habe ihn geliebt. Er ging mit mir ins Bad, aufs Klo, ins Bett, sah mit mir Fern, ich hätte mit ihm ohne Leine Gassi gehen können! Sein eigentliches Herrchen war leider nur am Wochenende daheim - zum Glück für mich). Das war vielleicht ein Schmusekönig! Die Katze meines anderen Mitbewohners war auch okay. Gruselig, wegen der Erziehungsmaßnahmen meines MBs, die ich hier lieber nicht aufführen möchte, weil ich alleine schon beim Gedanken daran ihm den Hals umdrehen könnte. Aber dafür konnte die Katze ja nichts.

Wie auch immer. Ich hatte Angst davor, mir eine solche Killer-Katze ins Haus zu holen. Als wir unsere Babys dann endlich hier hatten kam's jedoch ganz anders. Wahre Schmuseweltmeister sind das. (Gleiche Mama wie der Kater meines Ex-MBs).

Irgendwann begann ich mich zu fragen, woran dieses aggressive Verhalten der Katzen im Bekannten- und Familienkreis kam. Falsche "Erziehungsmaßnahmen"? Kann nicht sein, meine Eltern würden Chili nie schlagen, oder mit der Nase in die Ausscheidungen drücken, anschreien oder sonst irgendwie auf unerdenkliche Art und Weise lynchen. Außerdem lebt Chili in einer fast 100m2 Wohnung, mit abgesichertem, großen Balkon. Er hat sein eigenes kleines "Sonnen-" und Katzengrasbeet, das Mama für ihn hegt und pflegt. Daran konnte es also nicht liegen.

Woran bestand dann die Verbindung?
Irgendwann fiel mir auf, dass all diese Killer-Katzen in Einzelhaltung lebten. Und ich begann zu googeln.

Und stellte erstaunt fest, dass das mit "Katze ist ein Einzelgänger" totaler Blödsinn ist. Ich für mich hätte mir zwar nie eine Katze alleine genommen, weil ich gar nicht genug Zeit für die optimale Rund-um-Beschäftigung hätte. Kuscheln morgens, spielen abends, aber dazwischen bin ich fast 10 Stunden auf Arbeit und 2x die Woche noch Abendkurs seit Oktober. Mein LG ist zwar zu Hause aber der ist halt vom ruhigeren Gemüt ;)

Hier möchte ich auch gerne die erste Diskussion ansetzen.
Was denkt ihr darüber? Sind Einzelkatzen "aggressiver"? Bzw. einfach "seltsamer", mangels Unterbeschäftigung?

Oder liegt es vielleicht daran - denn ich habe noch eine zweite Gemeinsamkeit gefunden - dass alle genannten Killer-Katzen zu früh von der Mama weg sind? (Garantiert weniger als 10 Wochen, ich vermute bei einer sogar, dass es nur 6 Woche waren). Ich habe gelesen, dass die Kitten das "Gefühl für's Spiel" erst ab der 10.-12. Woche lernt.

Was haltet ihr von meiner Theorie?

Kapitel 1: Wir fliegen nach New York!

Im Februar fliege ich zusammen mit meinem LG und dem befreundeten Paar dem die Raucher-Killer-Katze in der 30m2 Wohnung gehört nach NY.
Natürlich will ich meine beiden Babys bestens umsorgt wissen. Sie brauchen nicht nur einander sondern auch viiiiel Liebe. Sie gehören morgens und abends mindestens! mit hochwertigem NaFu gefüttert, sie sind ja noch jung und klein und voller Energie. Und kuscheln. Sie müssen stundenlang gekuschelt werden.

Da ich niemandem, weder meiner Schwester noch meinem Schwager diese Aufgabe zutraue, habe ich mir überlegt, die beiden zu Mama zu geben. Da sie selbst ihren Chili hat.

Wegen seines aggressiven Verhaltens haben wir also letzte Woche schon einmal gucken wollen, wie die drei sich zusammen verhalten. Wir haben auch Spielsachen ausgetauscht und Kuscheldecken vorab, damit der Geruch bekannt ist.

Der große Augenblick. Der laaaange Flur meiner Eltern erschien uns perfekt, für das Aufeinandertreffen. Noch wirkte Chili völlig gechillt. Lag in seinem Deckchen neben den Schuhen (er mag irgendwie den Geruch getragener Schuhe, er lag immer schon gern dort, deshalb hat Mama ihm ein bequemes Deckchen dorthin gelegt). Wir ließen unsere beiden erst einmal sicher zehn Minuten im Korb. Er guckte zwar, ansonsten keine Reaktion.

Also Schritt zwei. Wir öffneten die Käfigtür. Natürlich war das Mädi sofort unterwegs, schnüffelte an allem was sie finden konnte. Den Kater hat sie erst einmal getrost ignoriert. Der Dicke hat gleich einmal die Futterschüssel gefunden und ratzeputz leer gemacht. Dann ging auch er auf Entdeckungstour und kam natürlich auch an Chili vorbei.

Dann die erste Reaktion. Chili fauchte. Shanks, mein Dicker, duckte sich, sein Schwanz wurde ganz buschig, also ein typisches Zeichen für Angst, und zog sich zurück. Das Mädi wurde die ganze Zeit ignoriert. 2 Stunden waren rum, immer wieder trafen die beiden roten Kater aufeinander. Chili fauchte, Shanks zog sich geduckt zurück.

Schließlich hat Chili irgendwann gecheckt, dass da noch jemand in seinem Reich ist. Er fauchte und knurrte mein Mädi an. Das taffe kleine Mädel ließ sich aber nichts gefallen. Im Gegensatz zu ihrem Kontrahenten legte sie die Ohren zurück und knurrte innbrünstig. Damit war Chili irgendwie überfordert. Er bekam einen richtigen Buckel, zog den Schwanz zwischen die Beine (was ich sonst nur von Hunden kenne?) und verließ langsam rückwärts gehend den Raum.

Er probierte es später noch einmal. Aber wieder machte mein Mädi deutlich, wer nun die Herrin im Haus ist. Sie knurrte sogar den Dicken an, der zufällig den Raum betrat. Aber Chili wollte nicht aufgeben, sie lieferten sich ein Knurr-Duell.

Bisher glaube ich noch alles halbwegs von der Katzensprache verstanden zu haben, aber was dann passierte war mehr als merkwürdig. Isis und Chili knurrten wie die Weltmeister, Chili begann gerade den Rückzug und plötzlich war Shanks da. Er streckte, ja verdrehte förmlich den Hals ganz hässlich, als würden imaginäre Hände ihm den Kopf verdrehen und miaute so kläglich herzzerreissend. Erst dachte ich, er jault weil er Angst hat, aber dann hätte er den Kopf nicht verdreht und sich wie die letzten Male doch einfach geduckt und zurück gezogen.

Irgendwann haben sich die Gemüter wieder beruhigt. Sie waren nicht gerade Best Friends, aber sie konnten aneinander vorbei gehen ohne sich anzuknurren oder meinem Dicken eine Panik-Attacke zu verschaffen (das kleine Sensibelchen).

Mir ließ das jedoch keine Ruhe. Ich hab so ein Verhalten wie das von Shanks noch nie gesehen. Also wieder Meister Google gefragt. Irgendwann habe ich dann gelesen, dass er mit dieser Geste quasi den Meister markiert hat und auch das Mädi angefochten hat. Er hat damit also in etwa gesagt: Sie gehört zu mir, lass sie in Ruhe.

Ist das richtig so? Wie kann ich generell das Verhalten der drei interpretieren? Klar, Chili war definitiv nicht sehr angetan von der Begegnung. Immerhin gleich zwei Scheißer. Aber meine Kittys hätten ihn auch weitestgehend ignoriert, hätte er sie nicht ständig angefaucht. Sie sind ja an Katzen, fremde Umgebung und alles gewohnt (sind ja in unter zwei großen Würfen und mit Hunden aufgewachsen, waren Stammgäste beim Tierarzt, bei uns in der Wohnung haben sie vermutlich noch immer nicht alle Räume entdeckt.)

Oder haben wir überhaupt einen grundlegenden Fehler gemacht? Ich weiß es war vll falsch die beiden Mal nur für einen Tag rüberzuholen, aber ich will dann auch nicht in NY sein und die drei zerfleischen sich… Und da die Wohnung ja wirklich riesig ist und eig. auch "Kreisförmig" angeordnet (vom Flur in die Küche ins Esszimmer ins Wohnzimmer und von dort wieder in den Flur) können sie sich auch gut aus dem Weg gehen, weil dann dreht man halt einfach wieder um.

Wie macht ihr das, wenn ihr auf Urlaub fliegt?

Und dann kommen wir auch schon zu

Kapitel 2: Wie überzeuge ich meinen mürrischen Papa?

Wie schon im Prolog angesprochen ist Chili ein Einzel-Kater-Kind. Nach dem ich viel gelesen habe, habe ich mich das letzte Mal einmal ausgiebig mit ihm beschäftigt. Clickertraining, gespielt, bin mit ihm durch die Wohnung gefetzt und habe ihn ausgepowert. Danach hat er sich tatsächlich kurz streicheln lassen. Das weckte ihn mir Mitleid.

Meine Mama ist zwar Hausfrau und damit eigentlich jeden Tag zu Hause, aber wirklich Zeit hat sie bei 4 Kindern auch nicht für den Kater. Meist schmort der Kater in einer Ecke und da er mit Mama sowieso nicht gut kann…

Also will ich meine Eltern davon überzeugen eine Zweitkatze anzuschaffen. Beide wollen eigentlich nicht. Aber dadurch, dass sie meine Liebchen in Aktion gesehen haben (Mama hat den Dicken fast die ganze Zeit gekuschelt und immer wieder gesagt "Ach wie süß. Ich will auch jemanden der ich nicht zerfleischt!") und sogar mein Papa mal den Satz fallen ließ: "Ma, die kleine is' so süß. Vielleicht nehmen wir uns so eine auch." bin ich eigentlich guter Dinge.

Das Problem ist, dass mein Papa sehr mürrisch ist und seine Meinung minütlich wechselt. Er ist auch noch "alter Schule" erzogen worden, dass eine Katze ein Einzelgänger ist. Meine Mama denkt, dass man zu Chili sowieso keine Zweitkatze geben kann.

Irgendwie fürchte ich sogar fast, dass sie recht hat. Da er garantiert sehr früh von der Mama weg ist, wurde er nie richtig sozialisiert.
Wäre es eine Idee, eine Baby-Katze zu holen, die ihm das vielleicht nachträglich beibringen kann? Ich habe oft gelesen, dass eine gleichaltrige Katze besser wäre, für die Zusammenführung. Aber ich glaube nicht, dass das eine besonders gute Idee wäre. Irgendwie.

Was würdet ihr mir raten? Zweitkatze, Ja/Nein? Wie kann ich meine Eltern überzeugen? Einfach den besten Moment abwarten, sie überzeugen und ihnen dann gleich ein paar Vorschläge machen?
Ich würde ihnen gerne wieder den Bauernhof empfehlen, von dem ich meine beiden habe und von dem auch der Schmusetiger meine Ex-MBs war.

Ich glaube ja, Mama habe ich schon fast so weit. Ich locke sie immer damit, dass Chili vielleicht ein wenig ruhiger und anschmiegsamer wird, wenn er einen Katzenfreund hat. Sie sagt dann immer "ja warten wir mal NY ab". Nur ich denke mir dann… ist das nicht irgendwie fies? Ihn erst an tiersiche Spielgefährten zu gewöhnen und sie ihm dann wieder wegzunehmen? Könnte das Auswirkungen auf seine Psyche haben? Bei einem Tag war's nicht so schlimm, denke ich. Immerhin war er ja froh, dass die Eindringlinge wieder weg sind.

Danke für's Zuhören! Und freue mich auf anregende Diskussionen!

Liebe Grüße,
Stephie

Ps.: Sorry fur evtl. Tippfehler!
Stephie
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Beitragvon fanny85 » 14.01.2015 20:08

Hi, ich habe den Text jetzt mehr oder weniger überflogen, da ich zur zeit nur auf dem handy online bin :evil:

Ich denke auch das es ganz klar an der einzelhaltung liegt, die katzen sind nicht ausgelaste und wollen im prinziep nur spielen :wink: Du hast zwei Katzen? Hast du die beiden mal beim raufen beobachtet? Man kann sehen das sie so miteinander spielen, wie sie den Menschen angreifen, nur das der Mensch verletzlicher ist und der Katze keine Grenzen zeigt.
Ich habe das Verhalten bei der Katze meiner Schwester beobachten können, die Katze hat meine Schwester schon attackiert, sobald sie nach Hause kam. Es ging so weit, das meine Schwester sich im Schlafzimmer verzogen hat, damit die Katze ihr nicht weh tut :shock: Einige haben geraten die Katze weg zu geben, ich habe ganz klar gesagt, es muss eine zweite Katze her, am besten ein Kater, ab einem alter von 5Monaten, der der klwinen Zicke das Wasser reichen kann. Ich habe dazu versprochen, den Kater zu übernehmen, falls es gar nicht klappt :wink:
Tja, lange rede kurzer Sinn, der Kater zog ein, zwei tage später war raufen, kuscheln usw. an der Tagesordnung, die Wunden meiner Schwester sind verheilt und ich warte immer noch auf ne vierte Katze :mrgreen:

Versuch mal deinen Eltern den Vorschlag zu machen, das du die Katze übernimmst, falls es nicht klappt. Es sollte dann aber kein Kitten sein, sondern je nach alter des alteingesessenen eine ausgesucht wird. Vielleicht werdet ihr auch im örtlichen
tierheim fündig :wink:

Ohje ich hoffe man kann verstehen was ich hier schreibe :shock:
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Beitragvon fee » 14.01.2015 21:16

das problem kenne ich allerdings nicht bei katzen in einzelhaltung, wenn sie freigang haben.
eine katze, die in eine wohnung gesperrt wird und nicht einmal eine weitere katze zur gesellschaft hat, muss sich ja mit irgendetwas vor tödlicher langeweile retten. also nimmt sie die menschen als "raufkumpel-ersatz".
eine weitere mögliche lösung wäre also: der katze freigang gewähren.
dann kann sie sich draußen austoben.
(sorry, den rest hab ich dann doch nicht mehr gelesen.)
:engel: fee
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Beitragvon RoteZora » 14.01.2015 22:01

Stimme mit dem anderen überein: das Problem ist Einzelhaltung drinnen, ohne artgerechte "Unterhaltung". Zweibeiner können das nicht ersetzen, Punkt.
Bei der Vergesellschaftung gibt es zwei Dinge, die ich Dir ans Herz legen würde:
1.) Geduld ist angesagt. Chili war lange allein. Wenn er sich nach einem Tag mit "Konkurrenz" abfindet, ist das SENSATIONELL schnell und könnte bedeuten, dass er sich SEHR nach Katzengesellschaft sehnt. Sowas kann auch 4-6 Wochen dauern.
2.) Wenn eine Zusammenführung doch nicht klappt, auch nach 6 Wochen Geduld nicht, muss man einen Plan B in der Tasche haben, also jemand anderen, der das Tier nimmt oder zurücknimmt. Ich habe eine Katze, die mit 4 Monaten zu einer Einzelgängerkatze kam, die sie 8 Wochen lang verhauen hat, bis die verantwortlichen Menschen ein Einsehen hatten, dass es nicht geht. Ich habe sie dann mit ihrer Schwester aufgenommen (ich war sozusagen der 2. Versuch), und ein Jahr ganz gemächlich um Vertrauen geworben. Jetzt verhält sie sich mir gegenüber "normal", aber es hat Monate gedauert, bis sie das erste Mal entspannt bei mir saß und sich bekuscheln ließ. Ich dachte bis dahin, dass sie eine Katze ist, die nicht schnurrt, und war total überrascht, als ich das erste Mal ihr sonores Schnurren gehört habe. Anderen Menschen gegenüber ist sie immer noch misstrauisch, und wenn Besuch kommt, den sie nicht kennt, verschwindet sie subito unter meinem Bett.
Katzen haben ein sehr langes Gedächtnis für Schlechtes, und ihre Menschen eine entsprechende Verantwortung.

Was Deine Eltern angeht: warte doch tatsächlich NY ab und lass die Katzen die Herzensbrecher spielen! Sollte sich Chili tatsächlich beruhigen durch die neuen Kameraden, ändert das sicher eine ganze Menge... :wink: Für zukünftige Spielkameraden würde ich keine sehr jungen Katzen nehmen, sondern eine "fertig sozialisierte", eher selbstbewusste Katze.

Was das Raufen angeht: es ist eine elementares Bedürfnis und fällt, vor allem bei Katern, oft ganz schön ruppig aus. Es ist aber NOTWENDIG, die Katzen mendeln ihre Rangfolge untereinander aus. Wenn keine anderen Katzen da sind, tun sie das mit den Menschen - sie können nicht anders. Einzige Lösung: Katzengesellschaft. Es gibt Geschichten von Katern, die sehr gut zurecht kommen, wenn sie Freigang haben. Dann kloppen sie sich draußen mit Artgenossen und sind zuhause gemütlich. :engel: Aber Einzelhaltung ohne Freigang führt oft zu Problemen, da ist Chili kein Einzelfall.

Ich finde es toll, dass Du Dich so um eine gute Lösung kümmerst. Viel Glück und ein gutes Händchen! :Daumen:
Bild[/quote]

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Beitragvon Stephie » 15.01.2015 12:28

Vielen Dank für eure Antworten!

Ich versuche jeden Post einzeln zu beantworten, einfach der Übersicht halber.

@fanny85:
Du hast recht. Meine Katzen raufen miteinander sehr wild. Ich hab oft Angst, dass sie ihn (ja, SIE ihn) verletzt. Aber ich kam nie auf die Idee, dass Chili vielleicht auch einfach nur spielen will (er sieht aber auch wirklich böse aus, wenn er dich anfunkelt mit seinen riesigen Augen und sich dann extra noch die Krallen wetzen geht um dir die Messer dann in die Hacken zu hauen. Oder in die Hand. Oder ins Gesicht).

Mittlerweile weiß ich das aber und sehe das alles in einem ganz anderen Licht.

Den Vorschlag, die Katze zu nehmen, falls es gar nicht geht, habe ich mir schon überlegt. Ich muss das allerdings natürlich vorher erst mit meinem LG abklären, sollte aber überhaupt kein Problem sein. Platz genug ist ja da, und mehr Arbeit und Kosten verursacht das jetzt auch wieder nicht, mal davon abgesehen, trage ich ohnehin fast die gesamte Verantwortung (bis auf die Abendfütterung, die übernimmt David weil ich erst viel später heim komme als er).

@Fee:
Ja, Freigang wäre schön. Aber Chili lebt im sechsten Stock eines Hochhauses. Ich hätte auch gerne für die meinen Freigang, aber wir wohnen im dritten Stock (ohne Lift) und sind die einzige Wohnung mit Katzen in einem Hundehaus :D (insgesamt kommen wir auf ca. 12 Hunde). Mal davon ab, dass sie permanent durch das Stiegenhaus müssten und auch der Keller nicht Katzensicher ist und wir auch immer wieder Probleme mit Katzenhassern haben… eher nicht. Aber ich baue ja auch meinen Balkon jetzt im Frühjahr aus, mit hohem Kratzbaum, damit sie die Siedlung überblicken können und ich will auch eine Art "Wiese" machen, über die gesamte Länge des Balkons. Das ganze wird natürlich gut abgesichert mit einem Katzennetz. Ersetzt zwar keinen Freigang, ich weiß, aber es ist sicher spannender als drin.

@RoteZora:
Stimmt… wir waren eigentlich sehr überrascht, dass alles so harmlos eigentlich ablief. Das bisschen Gefauche und Geknurre war ja insgesamt vielleicht vier-fünf mal und das aber auf mehr als 8 Stunden verteilt. Den Rest der Zeit gingen sie sich zwar aus dem Weg - aber wir hatten eigentlich mit einer netten Fetzerei gerechnet.

Das mit dem Verhauen ist ja krass O_O Aber da mach ich mir mittlerweile eigentlich keine Sorgen mehr. Chili lässt sich sogar, widerwillig zwar aber immerhin, von Kleinkindern anfassen. Mein Stiefneffe ist jetzt knapp 2 Jahre, natürlich laut und eher ungeschickt und ungestüm. Aber Chili hat auch nie nur einmal irgendwie die Pfote gegen ihn erhoben. Meist lässt er sich kurz anfassen und verschwindet dann irgendwo hin wo der Kleine ihn nicht erwischt.

Aber schön, dass das Kätzchen bei Dir so viel Vertrauen fassen konnte <3 Sowas hört man echt gerne!

Zu NY nochmals… ja ich glaube Du hast recht. Erst einmal abwarten. Und wie Du auch sagst, vll löst sich dann das Zweitkatzenproblem von alleine :D Niemand kann meinen Babys widerstehen. (Ich höre total oft: Maaaa' wenn meine doch so lieb wär'. Und so brav.*) Schon gar nicht meine Eltern, die Tiere ja eigentlich über alles lieben. Aber bei vier Kindern in doch relativ unterschiedlichen Altersstufen (nicht sehr extrem, aber immerhin liegen zwischen mir und dem Jüngsten über 5 Jahre) kamen Haustiere einfach nicht in Frage.

Vielen lieben Dank für eure Unterstützung und eure Tipps :)
Mittlerweile bin ich schon viel zuversichtlicher - und jetzt kann ich mich bei all der Vorfreude noch viel mehr auf NY freuen, weil ich weiß, dass Chili dann vielleicht einen Spielkameraden bekommt.

*) Bei dem Satz ist mir gerade noch etwas eingefallen, aber ich glaube dafür eröffne ich einen neuen Thread, denn das gehört eher in die Erziehung.


DANKE!
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Beitragvon Chiller » 19.03.2015 09:09

Hi Stephie,

ich habe Deinen Text ganz gelesen :daum:

Mich würde wirklich interessieren, wie die Geschichte nun aus -/weitergegangen ist...

Hat Chili nun einen Kumpel?


GlG, Jessi
Würde ich jeden Tag so leben, als wäre es mein Letzter, säße ich schon längst im Knast. ;-)
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